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Bordellbetreiberin erpresst: Angeklagte kommen nicht zum Prozess | BR24

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Der Tathergang - geschildert von BR-Korrespondent Norbert Steiche

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Bordellbetreiberin erpresst: Angeklagte kommen nicht zum Prozess

Am Landgericht Schweinfurt sollte heute ein Prozess gegen zwei Männer aus dem Baltikum beginnen. Sie sollen eine Bordellbetreiberin festgehalten und sie um 100.000 Euro erpresst haben. Doch die beiden Angeklagten haben den Termin abgesagt.

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Laut einem Gerichtsprecher haben die beiden 31 und 45 Jahre alten Männer schriftlich mitgeteilt, dass sie nicht am Prozess teilnehmen werden. Kein Wunder: Ein Komplize der beiden ist bereits zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Täter fordern 100.000 Euro und drohen mit dem Tod

Die Tat hat sich Ende August 2011 zugetragen. Damals soll der 45-jährige Angeklagte zusammen mit dem bereits verurteilen Komplizen an der Wohnungstür einer Schweinfurter Bordellbetreiberin geklingelt haben. Der ebenfalls angeklagte 31-Jährige soll das Duo gefahren haben. Die Männer sollen eine Autopanne vorgetäuscht und sich so Zugang zur Wohnung verschafft haben.

Damit begann für die Bordellbetreiberin ein Martyrium: Die beiden Männer sollen sie mit Klebeband an Händen und Füßen gefesselt und ihr eine aufgezogene Injektionsspritze an den Hals gehalten haben. Ihre Forderung: Die Frau solle 100.000 Euro Schulden an Geschäftspartner in Lettland bezahlen. Sollte sie das nicht tun, würde sie mit der vermeintlichen Giftspritze umgebracht. Auch ihr Sohn würde so zurichtet werden, dass er künftig behindert sei.

Handschellen klickten bei der Geldübergabe

Daraufhin soll die damals 40-Jährige unter Todesangst die Zahlung zugesagt haben. Knapp 60.000 Euro habe sie den Männern sofort geben können, den Rest sollte sie abstottern. Die Täter sollen die Frau rund sechs Stunden lang in ihrer Wohnung festgehalten haben.

Im Laufe der nächsten Monate sollen die Männer weitere 40.000 Euro gefordert und ihrem Opfer mit dem Tod gedroht haben. Bei dem Übergabetermin am Nürnberger Hauptbahnhof nahmen Polizisten die Täter fest.

Die beiden Angeklagten sind in Freiheit und haben im Baltikum laut Gericht auch "ladbare" Adressen. Wie das Gericht nach der Absage der Angeklagten weiterverfährt, ist laut einem Gerichtssprecher noch nicht entschieden.