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Bootfahren auf der Isar: Das bringen die neuen Regeln | BR24

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Seit Juni gelten auf der Isar strenge Regeln - zum Beispiel, was das Anlanden auf Kiesinseln betrifft. Sogenannte Isar-Ranger sollen für Ordnung sorgen. Etwas Ruhe ist auf den Fluss zurückgekehrt.

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Bootfahren auf der Isar: Das bringen die neuen Regeln

Seit Juni gelten auf der Isar strenge Regeln - zum Beispiel, was das Anlanden auf Kiesinseln betrifft. Sogenannte Isar-Ranger sollen für Ordnung sorgen. Etwas Ruhe ist auf den Fluss zurückgekehrt.

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Bayern 2-radioWelt: Ist inzwischen mehr Ordnung auf der Isar eingekehrt?

Bernhard Merz, Isar-Ranger: Ja, wir merken schon eine gewisse Änderung. Zum Beispiel wurde ganz gut eingehalten, dass bis zum 1. Juni niemand gefahren ist, höchstens ganz vereinzelt. Es ist noch nicht so ganz in den Köpfen, aber man merkt: Es wird ruhiger.

Bayern 2-radioWelt: Es sind ja viele Schlauch- und Badeboote unterwegs - gerade da, wo Sand- oder Kiesbänke sind. Woran wird sich am wenigsten gehalten?

Bernhard Merz: Das Anlanden ist ein Thema: Viele wissen nicht, dass sie an Kiesinseln nicht anlanden sollen. Auch die geeignete Boots-Ausrüstung, z.B. Glasflaschen, Alkohol, das ist verboten. Das ist noch nicht ganz durchgedrungen.

Bayern 2-radioWelt: Dürfen Sie denn Strafen aussprechen, also z.B. etwas verbieten oder Bußgelder verhängen?

Bernhard Merz: Das ist möglich, aber wir verhängen die Bußgelder nicht. Wir dürfen Personalien aufnehmen. Wenn jemand gegen die Naturschutzverordnung bzw. gegen die neue Bootsverordnung verstößt, dann ist das eine Ordnungswidrigkeit und könnte vom Landratsamt geahndet werden. Das würde ein Verwarnungsgeld geben, ähnlich wie im Straßenverkehr.

Bayern 2-radioWelt: Sie sind ja schon seit 1988 unterwegs an der Isar. War das immer schon so ein beliebter Fluss zum Bootsfahren und auch zum Schwimmen oder hat das deutlich zugenommen?

Bernhard Merz: Beliebt war er schon immer, aber manches hat zugenommen. Es gibt Beobachtungen, dass der Bootsverkehr zugenommen hat. Und was sich gesteigert hat, vor allem innerhalb der letzten zehn Jahre, ist das Partymäßige: Man fährt runter und schaut überhaupt nicht auf die Natur, sondern der Fluss und die Landschaft sind nur eine Kulisse für die Party, die auf dem Fluss abläuft. Mir haben Sonnenbader z.B. von der Einstiegsstelle Ickinger Wehr berichtet, dass die Hälfte der Leute erkennbar besoffen oder halb besoffen war, mit entsprechenden Lärmwirkungen. Viele hatten dann noch Musikgeräte dabei und haben die ganze Gegend beschallt und laut gegrölt. Es gibt also diverse Auswirkungen, und das passt im Endeffekt nicht zusammen. Das heißt: Wir haben hier eine sehr wertvolle Flusslandschaft, die Wildflusscharakter hat, mit entsprechenden Landschaftsstrukturen wie Kiesbänken, wo z.B. seltene Vögel brüten. Wenn jetzt da ein Boot vorbeirauscht, die aussteigen, in die Landschaft einfallen und Vogelschutzschilder übersehen, die darauf hinweisen, dass hier auf der Kiesbank ein Vogel ein Nest hat, dann wird das zertrampelt oder der Vogel wird verscheucht. Darum muss ich sagen: Alle Punkte dieser Bootsverordnung haben wirklich einen Hintergrund, der nicht willkürlich ist. Man hat aus den Erfahrungen gesehen, dass sich etwas ändern muss, weil es Naturschutzgebiet ist und keine Party-Meile. Es sollte so ablaufen, dass die Natur möglichst wenig gestört wird, und ich denke, es war überfällig, dass das jetzt gemacht wurde.