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Bonpflicht: Kleine Läden in Passau unzufrieden und unsicher | BR24

© BR/Katharina Häringer

Seit 1. Januar gilt in Deutschland die Ausdruckpflicht für Kassenbons. In Passau gibt es - besonders in kleinen Läden - noch Unsicherheiten und vor allem Missverständnis.

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Bonpflicht: Kleine Läden in Passau unzufrieden und unsicher

Seit Jahresbeginn gilt die Bonpflicht. Das Ziel: Steuerhinterziehungen in Handel und Gastronomie zu verhindern. Auch noch so kleine Läden müssen jetzt ihren Kunden einen Kassenbon rauslassen. In Passau klappt das noch nicht ganz so gut.

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Seit 1. Januar gilt in Deutschland die Ausdruckpflicht für Kassenbons. Damit soll Steuerhinterziehungen in Handel und Gastronomie verhindert werden. Doch einige Einzelhändler und Gastronomen in Passau verstehen den Sinn des neuen Gesetzes nicht und drucken auch weiterhin nur auf Wunsch des Kunden den Kassenbon aus.

Bioladen-Chefin befürchtet zu viel Müll

Im Bioladen "Bio-Top" in Passaus Altstadt zum Beispiel steht bereits eine fälschungssichere Kasse. Jede verkaufte Banane wird erfasst, jede Rechnung digital erstellt und gespeichert, ganz egal, ob auf "Bon ausdrucken" oder "nicht drucken" getippt wird. Geschäftsführerin Pia Böhm erzählt, dass früher, als die Zettel automatisch aus der Kasse kamen, pro Woche eine Restmülltonne damit voll war. Heute bleibt nur ein kleines Häufchen, weil sich kaum jemand den Zettel geben lässt. Und so soll es bleiben.

"Wir machen es nicht. Wir fragen jeden Kunden, ob er den Kassenzettel haben möchte oder nicht. Und wer sagt: ´Ja, hätte ich gern!` Da drücken wir aufs Knöpfchen, dann kommt er raus. Und wenn er keinen haben will, dann kriegt er keinen. Und so verbleiben wir, bis uns jemand darauf hinweist, dass wir es anders machen sollten." Pia Böhm, Geschäftsfrau in Passau

Geschenkeladen-Besitzer will Bonpflicht juristisch hinterfragen

Genauso sieht es Kim Greindl aus der Greindl-Konditorei. Auch sie hat eine nicht-manipulierbare Kasse. Nur auf Wunsch werde der Bon ausgedruckt. "Wer ihn nicht braucht, dem wird er nicht aufs Auge gedrückt."

Unzufrieden ist auch Stefan Götzendorfer, Geschäftsführer des Geschenkartikelladens "Neun Rinder". Auch er hat im Geschäft jenen modernen Kassentyp stehen, der vom Finanzamt ausgelesen werden kann. Er findet es richtig, dass solche Kassen bis September Pflicht werden. Die zusätzliche Ausdruckspflicht kann er aber nicht nachvollziehen und will sie auch nicht hinnehmen.

"Man muss nicht immer alles akzeptieren. Und deswegen wäre es interessant, ob man es juristisch einzeln oder gemeinsam hinterfragen sollte. Das werden wir überprüfen." Stefan Götzendorfer, Geschäftsmann in Passau
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Deutschlands Bäcker murren deutlich. Seit Beginn des Jahres sind sie verpflichtet, für jeden Verkauf einen Kassenbon auszudrucken. Das Finanzministerium begründet das mit dem Kampf gegen Steuerbetrug.