BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Boni trotz Verlust: BaFin nimmt Banken in die Pflicht | BR24

© BR/Felix Lincke

Bankenaufsicht BaFin fordert Senkung der Boni

4
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Boni trotz Verlust: BaFin nimmt Banken in die Pflicht

Investmentbanker gehören nach wie vor zu den Spitzenverdienern, Bonuszahlungen sind Teil des Gehalts. Dass Banken trotz Gewinnrückgang weiter Milliarden ausschütten, verstehen weder Aktionäre noch Kunden. Nun mischt sich die Bankenaufsicht ein.

4
Per Mail sharen
Teilen

Die Bankenaufsicht BaFin erwartet von deutschen Banken angesichts der Gewinnrückgänge 2019 eine Kürzung der variablen Vergütungen, kurz Boni. Ihrer Ansicht nach müssen diese Vergütungen die Ertragslage der Banken widerspiegeln.

Hohe Boni trotz Gewinnrückgang

Den deutschen Banken setzen Niedrigzinsen und der starke internationale Wettbewerb immer mehr zu, die Gewinne schrumpfen. Hinzu kommen höhere Kapital-Anforderungen als Krisenschutz und strengere Regeln für Finanzgeschäfte. In vielen Häusern laufen außerdem teure Umbauprojekte. Die Folge: Tausende Stellen werden abgebaut. Trotzdem werden nach wie vor jedes Jahr Bonuszahlungen in Milliardenhöhe ausgeschüttet.

BaFin will einen Riegel vorschieben

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fordert Banken nun auf, diese Leistungsprämien zu reduzieren und an der Ertragslage anzupassen. Denn die ist seit Jahren schlecht. Die Boni sind dagegen immer weiter gestiegen. Die BaFin will nicht, dass sich das für das schwache Bankenjahr 2019 erneut wiederholt.

Raimund Röseler, Exekutivdirektor für Bankenaufsicht der BaFin, beruft sich in einem Interview der Börsen-Zeitung auf die geltende Institutsvergütungsverordnung.

"Zumindest müssten Kreditinstitute mit Ertragsproblemen sehr gut begründen, wenn und warum sie die Boni nicht verringern. Den in der Institutsvergütungsverordnung vorgeschriebenen Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Situation eines Kreditinstituts und der Höhe seiner Boni bekräftigen wir auch regelmäßig gegenüber den Instituten." Raimund Röseler, Exekutivdirektor Bankenaufsicht (BaFin)

Deutsche Bank im Gegenwind

Gemeint ist vor allem die Deutsche Bank, bei der die Vorstände inzwischen deutlich mehr verdienen. Dabei steckt der frühere Branchenführer noch immer mitten in der Krise. Auch bei der Commerzbank sind die Bezüge der Vorstände trotz wachsender Probleme kräftig gestiegen. Wenn die Bafin eine solche Erwartung formuliert, dann können die deutschen Banken das nicht einfach ignorieren. Eine direkte Konfrontation mit der Aufsicht oder gar einen Streit um eine konkrete Bonuszahlung würde dem Image einer Bank sehr schaden.