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Bombendrohungen in München: Täter mutmaßlich Neonazis | BR24

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Vor genau zwei Wochen gingen bei zwei Münchner Moscheen Bombendrohungen per Mail ein. Nun hat die Generalstaatsanwaltschaft bestätigt, dass die E-Mails mit dem Namen des rechtsextremen Netzwerks "Blood & Honour" gezeichnet waren.

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Bombendrohungen in München: Täter mutmaßlich Neonazis

Vor genau zwei Wochen gingen bei zwei Münchner Moscheen Bombendrohungen per Mail ein. Nun hat die Generalstaatsanwaltschaft bestätigt, dass die E-Mails mit dem Namen des rechtsextremen Netzwerks "Blood & Honour" unterzeichnet waren.

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Seit Wochen terrorisieren anonyme Täter Moscheen in mehreren deutschen Städten mit Bombendrohungen. Zunächst Anfang Juli in Köln und Iserlohn, zuletzt am Dienstag in Duisburg, Mannheim und Mainz. Etwa zeitgleich musste die Zentrale der Linkspartei in Berlin ebenfalls nach einer Drohung evakuiert werden. Die Mail war mit dem Namen der Neonazi-Truppe "Combat 18" unterzeichnet, was übersetzt etwa "Kampftruppe Adolf Hitler" bedeutet.

Unterzeichnet mit "Blood & Honour"

Wie die Münchner Generalstaatsanwaltschaft dem Bayerischen Rundfunk bestätigte, haben auch die Drohmails gegen die Moscheen in den Münchner Stadtteilen Freimann und Pasing mutmaßlich einen extrem rechten Hintergrund. Sie wurden beide mit "Blood & Honour" unterzeichnet. Der Name steht für ein Neonazi-Netzwerk, das wohl schon die Terrorgruppe NSU im Untergrund mit Sprengstoff, Geld, falschen Papieren und geheimen Wohnungen unterstützte.

"Blood & Honour" seit 2000 verboten

Die international agierende Organisation ist seit dem Jahr 2000 in Deutschland verboten, aber offenbar weiter aktiv. Erst vor einem halben Jahr gab es eine bundesweite Razzia gegen Blood & Honour mit Schwerpunkt in Bayern. Eng mit dem Netzwerk verbunden ist Combat 18, das sich selbst als "bewaffneter Arm von Blood & Honour" bezeichnet. Zu der Gruppe soll auch der Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke enge Kontakte gepflegt haben.

Ob Blood & Honour tatsächlich hinter den Drohungen gegen die Münchner Moscheen steht, ist unklar. Dass das Ganze einen rassistischen Hintergrund hat, darauf deutete allerdings schon das Datum hin, an dem die Mails verschickt wurden: Der 11. Juli war der erste Jahrestag des Urteils im NSU-Prozess.

Generalstaatsanwaltschaft zurückhaltend

Bei den jüngsten Bombendrohungen in Köln, Duisburg oder Berlin hatten die Behörden schnell bekannt gegeben, dass von einem extrem rechten Täterkreis auszugehen sei. Polizei und Generalstaatsanwaltschaft in München legten dagegen erst jetzt, zwei Wochen danach, und auch erst, nachdem Medien schon darüber berichtet hatten, offen, dass die Droh-Mails mit "Blood & Honour" unterzeichnet sind. "In diesem frühen Verfahrensstadium gibt die Generalstaatsanwaltschaft München regelmäßig keine detaillierten Auskünfte über den Inhalt und den Stand der Ermittlungen", teilte der Pressesprecher dem BR schriftlich mit.