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Bolsterlanger Bürgermeisterin ist ins Rathaus zurückgekehrt | BR24

© Freie Wähler

Monika Zeller, zeitweise suspendierte Bürgermeisterin von Bolsterlang

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    Bolsterlanger Bürgermeisterin ist ins Rathaus zurückgekehrt

    Monika Zeller sitzt wieder in ihrem Büro im Bolsterlanger Rathaus. Die Bürgermeisterin darf ihr Amt vorläufig wieder aufnehmen. Sie war im Sommer suspendiert worden, weil sie mit der Reichsbürger-Szene in Verbindung gebracht worden war.

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    Im Sommer hatte die Landesanwaltschaft Bayern Monika Zeller aus dem Amt genommen. Der Verdacht: Die Bolsterlanger Bürgermeisterin solle der Reichsbürger-Bewegung nahestehen. Der 58-Jährigen wurde vorgeworfen, bei Anträgen zur Ausstellung eines sogenannten Staatsangehörigkeitsausweises reichsbürgertypische Angaben gemacht zu haben. Zudem soll sie den Vortrag eines Reichsbürgers in Gemeinderäumen nicht unterbunden haben.

    Das Verwaltungsgericht München hat die Suspendierung am Donnerstag als überzogen bewertet. Zeller hat nach derzeitigem Ermittlungsstand wohl eher naiv und unbedarft gehandelt, ohne wirklich Anhängerin der Reichsbürger zu sein. Die Suspendierung wurde im Eilverfahren rückgängig gemacht. Am Freitag kehrte Zeller wieder ins Rathaus zurück - mit Tränen in den Augen: "Es ist schon emotional nach der langen Zeit, die doch sehr viel von mir abverlangt hat." Sie sei dankbar, jetzt wieder durchstarten zu dürfen.

    Zeller dankt als erstes ihren Mitarbeitern

    Zellers erste Amtshandlung: Krapfen in ihrem Team verteilen und danken. Vor allem Rolf Walter, dem zweiten Bürgermeister. Als Zeller im Juni suspendiert wurde, war er von heute auf morgen für alles zuständig. Seinen Beruf als Polizist musste er im November auf 50 Prozent reduzieren, um mit der Doppelbelastung klarzukommen. Nun läuft wieder alles wie gehabt im Bolsterlanger Rathaus.

    Ausgestanden ist die ganze Angelegenheit für Monika Zeller noch nicht: Die Landesanwaltschaft hat nun zwei Wochen Zeit, Beschwerde gegen die Eilentscheidung beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einzulegen. Zudem lässt die Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts noch keinen Rückschluss auf den Ausgang des laufenden Disziplinarverfahrens zu. Dieses geht ebenfalls am Verwaltungsgericht unabhängig von der jetzigen Entscheidung weiter.

    Zeller räumt Fehler ein

    Für Zeller gilt es jetzt, verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. "Ich habe einen Fehler gemacht. Hinterher ist man immer gescheiter", sagt sie im Gespräch mit dem BR. Als das alles passiert sei, habe man das Wort Reichsbürger noch gar nicht gekannt. "In meinem Wortschatz gab es das überhaupt nicht. Deswegen habe ich auch damals erst mal gar keinen Argwohn gehegt, bis es dann zu spät war."