Ein Mann spannt einen Bogen, um einen Pfeil abzuschießen.
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Bogenschießen ist zu einer Trendsportart auch in der Fränkischen Schweiz geworden.

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Bogenschießen: Trendsportart - auch in der Fränkischen Schweiz

Über Felsen tief in den Wald eindringen, über Wiesen spazieren und immer wieder den Bogen spannen und zielen. Bogenschießen verbindet wandern in der Natur und Konzentration. Nicht nur in der Fränkischen Schweiz wird es immer mehr zur Trendsportart.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Bogenschießen liegt voll im Trend. Wandern entspannt und die Ziele, die auf den verschiedenen Parcouren mit Pfeil und Bogen angepeilt werden müssen, bringen Abwechslung und Konzentration für den Freizeitsportler. Es habe etwas Meditatives, erklärt ein Bogenschießkurs-Teilnehmer in Gößweinstein. Der Wechsel zwischen Entspannung und Anspannung, aber auch die Konzentration auf bewusstes Atmen, lasse einen den Alltag vergessen. Bogensport wird vor allem hektischen und gestressten Menschen empfohlen, die dabei lernen sollen, sich auf eine Sache zu konzentrieren und zur Ruhe zu kommen.

Ein Sport, der ins Schwarze trifft

Die fünf jungen Herren wurden von ihren Frauen für den Kurs in Gößweinstein angemeldet. Stefan, Heiko, Werner, Tobias und Jörg kommen aus Thalmässing und Nördlingen. Am Morgen treffen sie sich in Gößweinstein auf dem Bogenschießplatz SehnenSucht. Nach fünf Minuten Theorie bekommen sie schon den ersten Bogen in die Hand gedrückt. Trainer Jürgen Smiglewicz erklärt die Grundzüge des Bogensports: Der richtige Stand, den Nockpunkt des Pfeils an den Aufnockpunkt der Sehne anlegen, den Zeigefinger oberhalb des Pfeils ansetzen, Mittelfinger und Ringfinger unter dem Pfeil positionieren. Bogen mit der Zughand bis hinter dem Mund spannen. Der Zeigefinger berührt dabei leicht den Mundwinkel. Dabei steht der Körper in einer T-Form. Die Rückenmuskulatur ist angespannt. Das Ziel mit dem Blick anvisieren und den Pfeil lösen. Die Haltung beibehalten. So kann beim nächsten Schuss die Position bewusst geändert werden, um gegebenenfalls ein besseres Ergebnis zu erreichen.

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Nach dem Schuss bleibt der Bogen oben, um etwaige Fehler korrigieren zu können.

Der Erfolg ist bei den fünf Männern schnell erkennbar. Die Scheibe wird nicht einmal verfehlt. Der Trainer vergrößert den Abstand: von fünf auf 12 Meter Entfernung zum Ziel, dann 15 Meter. Nach 45 Minuten fühlt sich die Truppe sicher. Sie starten in den kleinen 3D-Parcours mit ihrem Trainer. Dazu wird auch die Ausrüstung erweitert. Die Männer bekommen einen ledernen Fingerschutz, um Schmerzen an den Fingerkuppen zu vermeiden. Auch ein Armschutz wird angelegt, falls einmal eine Sehne vom Finger rutscht.

Eineinhalb Stunden dauert die Wanderung mit dem Schießen auf Tierattrappen. Es geht bergauf und bergab, über Wiesen und durch Wälder. Einmal hängen die Attrappen an einem Baum, einmal stehen sie unten in einer kleinen Schlucht. Nach dem Parcours erwartet die Gruppe noch der sogenannte Golfschuss. Hier kann jeder testen, wie weit er denn mit Pfeil und Bogen schießen kann. Weit über 100 Meter schaffen es alle fünf. Und das Fazit: "Das Schöne ist, man ist draußen unterwegs. Man muss sich konzentrieren und die Anspannung lässt nach, wenn der Pfeil fliegt", resümiert Teilnehmer Heiko Lesch. Der Kurs für Anfänger wird nicht sein letzter sein, meint er.

Parcours für Familien, Amateure und Profis

Bogenschießen ist eine naturbezogene Sportart und sie eignet sich für jeden. In Gößweinstein führen verschiedene Parcours-Wege durch alpin anmutende Waldstücke und einem Teil des Naturwaldreservats Eibenwald. Auf 28 Ziele kann dabei geschossen werden. Wer nicht auf Tierattrappen schießen will, auf den warten kleine Gremlins, Kürbisse oder Scheiben. 2019 war auch die Deutsche Nationalmannschaft des DSB zur Vorbereitung dort zu Gast.

In Gößweinstein kostet ein 90-minütiger Anfängerkurs 39 Euro für Erwachsene und 30 Euro für Kinder. Wer den Kurs mit dem Absolvieren des Parcours buchen will, muss 49 Euro bzw. 40 Euro zahlen. Ein Schnupperkurs mit Parcours und Guide kosten 59 Euro bzw. 50 Euro und dauert drei Stunden.

Bogenschießen: olympische Disziplin mit uralten Wurzeln

Bogenschießen gehört seit 1972 zu den olympischen Sportarten. Das Bogenschießen hat eine lange Geschichte. Die ältesten Funde von Pfeil und Bogen sind über 14.000 Jahre alt. In der Vergangenheit wurden diese vor allem für die Jagd und den Krieg verwendet. Heutzutage benutzt man das Equipment ausschließlich für den Sport. Geschossen wird mit sogenannten Langbögen, Recurve-Bögen oder auch mit dem Hightech-Gerät, dem Compoundbogen.

Vor allem für Leute, die viel am Computer sitzen, eignet sich der Sport. Die aufrechte Haltung beim Schießen hilft gegen Rückenschmerzen und einen verspannten Nacken. Auch die Hand-Augen-Koordination und die Konzentration werden durch den Sport verbessert. Beim Bogenschießen werden außerdem Muskeln beansprucht, die bei vielen Menschen zu schwach sind.

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