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Bodenständige Politik für Europa: FW-Kandidatin Müller | BR24

© picture alliance/Armin Weigel/dpa

Hubert Aiwanger und Ulrike Müller

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    Bodenständige Politik für Europa: FW-Kandidatin Müller

    Seit 2014 sitzt Ulrike Müller für die Freien Wähler im Europaparlament – als Einzelkämpferin ihrer Partei. Nun strebt sie als bundesweite Spitzenkandidatin den Wiedereinzug an und macht sich für ein stabiles Europa stark.

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    Ulrike Müller nimmt auch mal die Mistgabel in die Hand. Wann immer sie Zeit findet, schlüpft die 55-Jährige Allgäuerin in ihre Gummistiefel und hilft auf dem Hof der Familie. "Oft komme ich von einem Termin nach Hause, ziehe mich um und packe mit an. Mir macht die Arbeit auf dem Hof große Freude. Sie erdet mich", erzählt die Mutter zweier erwachsener Kinder.

    Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht. Schließlich sitzt sie für die Freien Wähler seit fünf Jahren im Europaparlament – als einzige Abgeordnete ihrer Partei. Bei 48 Sitzungswochen im Jahr und der ständigen Pendelei zwischen der Heimat Missen im Oberallgäu, Brüssel und Straßburg bleibt nicht mehr viel Freizeit.

    Pro-europäisch und bodenständig

    Als bundesweite Spitzenkandidatin steht Ulrike Müller bei den Freien Wählern nun wieder ganz oben auf der Liste. Ihr klares Wahl-Ziel: über drei Prozent für die Freien Wähler, bundesweit. Die Partei hofft auf einen Bekanntheitsbonus in ganz Deutschland durch die erfolgreiche Landtagswahl in Bayern.

    "Ulrike Müller verkörpert, wofür wir stehen: Bürgernähe, Transparenz, Verbraucherschutz, eine Politik im Sinne der Regionen und Kommunen", sagt Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger über seine Parteikollegin und schwärmt: "Und sie ist bodenständig geblieben, das zeichnet sie besonders aus."

    Jobwechsel nach München? Abgelehnt

    Aiwanger soll Müller - während der Koalitionsverhandlungen mit der CSU im Herbst - auch das Angebot gemacht haben, ins bayerische Kabinett zu wechseln. Doch sie habe abgelehnt, heißt es aus Parteikreisen. "Ich bin bis 2019 als Europa-Abgeordnete gewählt, und es ist meine Art, die Dinge gut zu Ende zu bringen", erklärt Müller dazu dem BR und schwärmt dann von ihrer Arbeit im Europaparlament.

    "Wir tragen die Bedürfnisse der Menschen in die politische Arbeit in Brüssel und Straßburg, wo rund 80 Prozent unserer Gesetze und Verordnungen gemacht werden. Die haben Auswirkungen auf jeden einzelnen von uns ebenso wie auf alle Betriebe. Wenn wir wirklich Politik für die Menschen vor Ort gestalten wollen, dann müssen wir in Europa präsent sein." Ulrike Müller, Europa-Spitzenkandidatin der Freien Wähler

    Starke Regionen in Europa

    Dass sich die Freien Wähler mit ihrer starken kommunalen Verankerung auch auf europäischer Ebene um regionale Sorgen und Probleme kümmern, steht für Müller außer Frage. Sie wolle für die Belange der kleinen und mittleren Unternehmen, der Handwerker und familiären Betriebe eintreten, versichert die Europa-Politikerin. Doch was konnte sie als Einzelkämpferin in Brüssel in den vergangenen fünf Jahren erreichen? "Unser Know-how wird geschätzt und unsere Stimme wird gehört", sagt Müller.

    Überarbeitung der europäischen Trinkwasserrichtlinie

    Vor allem bei der Trinkwasserrichtlinie habe sie viel für den Verbraucherschutz und die Stellung der kommunalen Wasserversorger erreichen können. Denn Dienstleistungen wie Trinkwasser, Abwasser, Strom, Gas und Müllentsorgung müssen nach Ansicht der Freien Wähler weiterhin in öffentlicher Hand bleiben und dürfen nicht zum "unkontrollierbaren Geschäftsmodell Privater werden".

    Mehr Sicherheit in Europa

    Mehr Offenheit, mehr Beteiligungsmöglichkeiten, mehr Dialog mit den Bürgern, das wünscht sich die Spitzenkandidatin der Freien Wähler für Europa. Bei der Kundgebung ihrer Partei beim politischen Aschermittwoch in Deggendorf betonte sie aber auch: "Europa ist unsere Sicherheit für Frieden und Wohlstand." Müller fordert eine europaweite, starke Sicherheitspolitik und eine gemeinschaftliche Lösung der Migrationsfrage.

    Einsatz für die Landwirte

    Als agrarpolitische Sprecherin der sogenannten ALDE-Fraktion (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa) , der auch die drei deutschen FDP-Abgeordneten angehören, setzt sich Müller auch für die bayerische Landwirtschaft ein. Sie fordert unter anderem wolfsfreie Regionen und will den landwirtschaftlichen Nachwuchs weiter fördern.

    Verbesserungen in der Agrar- und Sicherheitspolitik oder institutionelle Reformen für mehr Beteiligung der Bürger: Ulrike Müller sieht in Europa noch viel Handlungsbedarf. Ob sie, wenn sie erneut ins Europaparlament einzieht, dort auch weitere fünf Jahre weitermacht, ist allerdings fraglich. Möglich, dass sie bei den Kommunalwahlen 2020 im Oberallgäu als Landrätin kandidiert. Dem BR sagt sie diesbezüglich: "Ich habe mit meinem Kreisvorsitzenden im Oberallgäu ausgemacht, dass ich mich nach der Europawahl im Mai festlegen werde, und dabei bleibt es." Landrätin sei aber natürlich ein reizvolles Amt, und den Vertrauensbeweis ihrer Partei schätze sie sehr, so Müller.

    Von
    • Regina Kirschner
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