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Blutplasma von Genesenen soll Corona-Patienten helfen | BR24

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In der Corona-Pandemie wird nach einer wirkungsvollen Therapie gesucht. In einem länderübergreifenden Projekt soll jetzt eine Methode zum Einsatz kommen, die schon bei anderen Epidemien erfolgreich war. Auch bayerische Unikliniken sind dabei.

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Blutplasma von Genesenen soll Corona-Patienten helfen

In der Corona-Pandemie wird nach einer wirkungsvollen Therapie gesucht. In einem länderübergreifenden Projekt soll jetzt eine Methode zum Einsatz kommen, die schon bei anderen Epidemien erfolgreich war. Auch bayerische Unikliniken sind dabei.

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Nicht nur an einem Impfstoff gegen das Coronavirus wird weltweit geforscht. Mediziner suchen auch nach einer wirksamen Behandlung der Covid-19 Erkrankung. Dabei könnte jetzt eine Methode zum Einsatz kommen, die bereits bei früheren Epidemien erfolgreich war. In einem länderübergreifenden Projekt unter der Leitung der Medizinischen Hochschule Hannover werden auch sechs bayerische Unikliniken eine sogenannte passive Immunisierung durch Blutplasma testen.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier

Antikörper im Blut von Genesenen nutzen

Das Prinzip ist eigentlich simpel: Wer die Erkrankung bereits überstanden hat, in dessen Plasma finden sich Antikörper gegen das Virus. Genesene Covid-Patienten könnten also einen Teil ihres Blutplasmas spenden. Wenn die Blutgruppen-Merkmale übereinstimmen, könnten schwer Erkrankte Plasma von Gesundeten bekommen. Der Körper der Kranken wird so mit zusätzlichen Antikörpern im Kampf gegen das Virus unterstützt.

Medikamentenproduktion unter Sonderbedingungen

Mit speziellen Zentrifugen kann etwa am Klinikum Großhadern in München das Blut von Spendern in seine Bestandteile aufgeteilt und nur der gewünschte Teil des Blutes entnommen werden. Das wird in Großhadern bisher genutzt, um an Thrombozyten, die Blutzellen, zu kommen.

Noch vor Ostern sollen in München aber die ersten Genesenen mit der Methode Plasma spenden. Für Prof. Martin Hildebrandt und sein Team am Uniklinikum in München ist es gleichzeitig Forschung und Medikamentenproduktion unter Sonderbedingungen. Laut dem Transfusionsmediziner sieht das Arzneimittelgesetz ein Szenario vor, in dem im Katastrophenfall Medikamente schnell und unkompliziert hergestellt werden dürfen, ohne, dass eine formale Herstellungserlaubnis oder Zulassung vorliegt.

Wirksamkeit des Plasmas noch unklar

Wie wirkungsvoll so eine "passive Immunisierung" gegen das Coronavirus sein wird, lässt sich noch nicht genau abschätzen. Sie ersetzt auch keine Impfung sondern kann lediglich für einen Übergangszeitraum von Tagen bis Wochen das Immunsystem der Erkrankten unterstützen. Im Bestfall könnten aber Leben von schwer Erkrankten Covid-Patienten mit dem Plasma der Genesenen gerettet werden.

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Um für die befürchtete Zunahme von Corona-Patienten gerüstet zu sein, ist nun auch in Ebersberg in einer Turnhalle ein Hilfskrankenhaus entstanden. Davon soll es bayernweit 26 geben.

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