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"Blutender" Weiher: Seltenes Naturschauspiel bei Füssen | BR24

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Es ist ein seltenes Naturschauspiel, das bislang vom Alatsee bei Füssen bekannt war: Schwefelpurpurbakterien haben den ebenfalls in der Nähe von Füssen gelegenen Gipsbruchweiher tiefrot gefärbt.

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"Blutender" Weiher: Seltenes Naturschauspiel bei Füssen

Bakterien, die im schwefelhaltigen Wasser blühen, haben einen Weiher bei Füssen ungewöhnlich eingefärbt. An der Wasserqualität ändert das laut Experten nichts. Das Phänomen ist von einem See in der Nähe bekannt.

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Einen besonderen Anblick bietet momentan der Gipsbruchweiher bei Füssen: Er hat eine tiefrote Farbe angenommen - auf manchen Fotos sieht das Wasser auch lila aus. Vom nahe gelegenen Alatsee ist das Phänomen bereits bekannt. Dafür verantwortlich sind spezielle Bakterien. Dass sich das Wasser färbt, kommt in unregelmäßigen Abständen immer wieder vor, es hält jedoch nie sehr lange an.

Nach Angaben der Flussmeisterstelle in Füssen dürfte talwärts fließendes Wasser aus dem Alatsee die Färbung des Gipsbruchweihers verursacht haben. Nicht zufällig heißt das Tal zwischen den Seen auch "Faulenbacher Tal" - die dort zu findenden Schwefelquellen sorgen immer wieder für einen fauligen Geruch.

Wasserqualität ist nicht beeinträchtigt

Der Alatsee hat den höchsten Schwefelwasserstoffgehalt aller Seen in Mitteleuropa. In mehreren Metern Tiefe befindet sich eine Schicht aus blutroten Schwefelpurpurbakterien, was ihm auch den Beinamen "blutender See" eingebracht hat. Unter bestimmten Bedingungen, wenn etwa ausreichend Licht, aber kein Sauerstoff vorhanden ist, dann reagieren die Bakterien: Sie "blühen" und färben das Wasser rot.

An der Wasserqualität ändert das jedoch nichts. Die ist im Alatsee ausgezeichnet, die Bakterien sind dort erst ab einer Tiefe von 15 Metern zu finden. Oberhalb dieser Schicht ist der See sauerstoffreich, unterhalb findet sich aber so gut wie kein Sauerstoff mehr im Wasser und damit auch kaum noch Leben.

© Doris Bimmer/BR

Das Tal in dem sich der Weiher befindet, wird wegen seines Schwefelgeruchs auch "Faulenbacher Tal" genannt.