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Blumen statt Gedenkstunde für Brandanschlags-Opfer in Schwandorf | BR24

© BR/Marcel Kehrer

Blumen am Gedenkstein für die Opfer des Brandanschlags von 1988

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    Blumen statt Gedenkstunde für Brandanschlags-Opfer in Schwandorf

    Die Gedenkstunde für die vier Opfer des rechtsextremistischen Brandanschlags 1988 in Schwandorf muss wegen Corona ausfallen. OB Feller rief deshalb dazu auf, am Gedenkstein innezuhalten und Blumen abzulegen.

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    Von
    • Marcel Kehrer

    Zum 32. Mal jährt sich am Donnerstag der Brandanschlag auf das ehemalige "Habermeier-Haus" in Schwandorf, bei dem am 17. Dezember 1988 eine dreiköpfige türkische Familie und ein 47-jähriger Schwandorfer ums Leben kamen.

    Blumen am Gedenkstein

    Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) lud die Bevölkerung dazu ein, am Gedenkstein am Schlesierplatz kurz inne zu halten, eine Blume niederzulegen und damit ein Zeichen für eine bunte Stadt zu setzen, "die keinen Platz bietet für Terror, Gewalt und Extremismus". Die öffentliche Gedenkstunde muss wegen Corona ausfallen.

    Feller erklärte, er werde in aller Stille einen Kranz niederlegen. Die Opfer Osman, Fatma und Mehmet Can sowie Jürgen Hübener seien nicht vergessen. Weil er Ausländer hasste, legte ein damals 19jähriger Rechtsextremist vorsätzlich in dem Gebäude Feuer.

    Der Täter wurde später zu einer langen Haftstrafe verurteilt, 2001 kam er wieder frei. 2009 beschloss der Schwandorfer Stadtrat, dass jedes Jahr an die Opfer des Anschlags erinnert wird. Inzwischen wurde an der Ecke Postgarten-/Schwaigerstraße nahe der Sparkasse auch ein Gedenkstein aufgestellt.

    Zeichen gegen Hass und Gewalt

    "Wir alle sind aufgerufen, Intoleranz, Hass und Gewalt abzulehnen", betonte OB Feller. "In der Familie, am Arbeitsplatz, im Verein und in allen gesellschaftlichen Bereichen sind wir aufgefordert, mit Entschlossenheit jeder Diffamierung und jedem Angriff auf Minderheiten entgegen zu treten und sich für die Achtung der Menschenwürde einzusetzen."

    Wer mit Gewalt versuche, Ausländer, Juden, Muslime, politische Gegner, Vertreter des Staates oder Mitbürgerinnen und Mitbürger einzuschüchtern, wer sich über Toleranz und sittliche Werte hinwegsetze, dürfe nicht mit stillschweigendem Einverständnis rechnen.

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