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Blühflächen für Ettringen – Artenschutz-Gesetz in der Praxis | BR24

© BR/Florian Regensburger

Eine Biene auf Löwenzahn in Ettringen

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Blühflächen für Ettringen – Artenschutz-Gesetz in der Praxis

Nicht nur die Landwirte dürfen in die Pflicht genommen werden – das war eine Forderung des Bauernverbandes zum erfolgreichen Artenschutz-Volksbegehren. In Ettringen im Unterallgäu pflanzen die Bürger deshalb nun Blumen.

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Auch Privatgarten-Besitzer und Gemeinden müssen für den Artenschutz mit in die Pflicht genommen werden, die Last kann nicht allein auf den Schultern der Landwirte liegen. Diese Kritik äußerte der Bauernverband schon während der Unterschriftensammlung für das Volksbegehren "Rettet die Bienen".

Grünflächen werden zu blühenden Wiesen

In Ettringen im Unterallgäu wird das nun Wirklichkeit. Denn dort wurde ein entsprechender Antrag im Gemeinderat eingereicht – und abgesegnet. Seitdem stellt die Gemeinde ihren Bürgern Grünflächen zur Verfügung. Das Ziel: Die Bürger sollen aus den grünen Flächen blühende Wiesen machen.

Ettringen reagiert auf Forderung des Bauernverbands

Und die Bürger machen mit. Elisabeth Holzmann pflegt nun etwa einen Grünstreifen der Stadt und sät dort Blühpflanzen an. Die Samen dafür hat sie entweder aus ihrem eigenen Garten, gekauft oder einfach am Wiesenrand gesammelt. Von Sonnenblumen bis Mohn ist alles dabei.

Bienen und viele andere Insekten sollen so bald an vielen Stellen in Ettringen paradiesische Zustände vorfinden. Die Gemeinde Ettringen hat damit zumindest zum Teil auf die Forderung des Bauernverbandes reagiert, dass auch Privatgarten-Besitzer einen Beitrag zum Artenschutz leisten sollen.

Gemeinde lässt Wiesen und Blumen länger stehen

Aus rechtlichen Gründen kann die Gemeinde nicht in bereits bestehende Gärten eingreifen, meint der Ettringer Bürgermeister Robert Sturm. Mit Informationsveranstaltungen will die Gemeinde aber auch diejenigen zum Umdenken bewegen, deren Garten bereits fertig angelegt ist.

Dabei helfen soll der Gartenbauverein und auch die Gemeinde selbst leistet ihren Beitrag. Auf Flächen, die nicht anderweitig genutzt werden, bleiben Gras und Blumen einfach mal stehen. Zum Beispiel vor dem Ettringer Feuerwehrhaus finden Bienen und andere Insekten nun Nahrung.

Erfolg des Volksbegehrens: Saatgut wird knapp

Auch Brachflächen, auf denen bislang noch keine Blume wächst, will die Gemeinde eigentlich in Blühflächen umwandeln. Doch das ist bislang schwierig, denn das Saatgut ist knapp, meint Bürgermeister Robert Sturm.

"Die Lieferzeiten sind enorm lang, weil die gesamte Bevölkerung auf den Zug aufgesprungen ist und auch für ihre Privatbereiche scheinbar sehr viel kauft an Samen, die bei uns dann einfach fehlen." Robert Sturm, Bürgermeister von Ettringen

Die Gemeinde will aber weiter dranbleiben – und Ettringen so zum Blühen bringen.