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BLLV Oberpfalz: Lieber Distanzunterricht statt längerer Ferien | BR24

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Die Oberpfälzer Bezirksvorsitzende des BLLV, Katja Meidenbauer

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    BLLV Oberpfalz: Lieber Distanzunterricht statt längerer Ferien

    Die Oberpfälzer Bezirksvorsitzende des BLLV, Katja Meidenbauer, sieht eine mögliche Verlängerung der Weihnachtsferien kritisch. Sie plädiert stattdessen für Distanzunterricht, wenn der Gesundheitsschutz nicht mehr gewährleistet werden kann.

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    Mehrere Politiker hatten eine Verlängerung der Winterferien auf bis zu vier Wochen vorgeschlagen, damit Schülerinnen und Schüler wegen des ständigen Lüftens nicht in kalten Klassenzimmern frieren müssen. Die Oberpfälzer Bezirksvorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Katja Meidenbauer, sieht eine solch lange Unterrichtspause kritisch. Sie würde eine andere Lösung vorziehen, wenn der Gesundheitsschutz in den Schulen nicht mehr gewährleistet werden kann: Distanzunterricht.

    Vorbereitet auf Distanzunterricht

    "Wir wären darauf vorbereitet", sagte die BLLV-Funktionärin zum BR. Priorität müsse haben, die Schülerinnen und Schüler zu unterrichten - am besten im Präsenzunterricht, notfalls mit Maske, so Meidenbauer. Funktioniert das nicht mehr, ist aus ihrer Sicht ein Distanzunterricht immer noch besser als mehrere Wochen ohne Schule. Im Winter seien die Kinder ohnehin nicht so draußen wie im Sommer. "Das Problem würde nur nach hinten verschoben", so Meidenbauer über den Vorschlag, die Weihnachtsferien zu verlängern. Man könne Klassen auch wieder teilen und abwechselnd unterrichten.

    Wenn im Unterricht die Maske aufbleiben muss - was Landkreise derzeit bei vielen Neuinfektionen oft anordnen - sei das "natürlich schon anstrengend", berichtet Meidenbauer. Brillenträgern würden zum Beispiel die Gläser anlaufen.

    Krank durch Dauerlüften

    Das Kultusministerium setzt bislang noch auf ständiges Lüften, um die Infektionsgefahr im Klassenzimmer zu senken. "Natürlich werden da Lehrer und Schüler schneller krank", klagt Meidenbauer. Die Kinder müssten sich laufend an- und ausziehen, das koste Zeit und unterbreche immer kurz den Unterricht.

    © picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

    Offene Fenster, kalte Klassenzimmer

    Man habe keinesfalls Regelbetrieb an den Schulen. "Es läuft ein Notprogramm", betont die BLLV-Bezirksvorsitzende, die selbst Rektorin in Vohenstrauß ist. Den Schulen fehlten Lehrkräfte, um kranke Kolleginnen und Kollegen zu ersetzen oder kleinere Klassen zu bilden. Meidenbauer fordert daher dringend mehr Neueinstellungen.

    Ihre Verbandskollegin, BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann, will einen Lehrergipfel und "ein Ende der Planlosigkeit und Handlungslosigkeit der politisch Verantwortlichen". Die Aussage des bayerischen Kultusministers, es sei an den Schulen im Großen und Ganzen alles in Ordnung und man sei besser in das Schuljahr gestartet als erwartet, sei falsch.

    Luftfilter: "Wenn Geld und Bedarf da ist, dann anschaffen"

    Beim Thema Luftfilter rät BLLV-Bezirkschefin Katja Meidenbauer Schulen und Kommunen, sie bei Bedarf anzuschaffen: "Es ist Geld da, und jeder Euro, der in den Gesundheitsschutz geht, muss es uns wert sein." Eignen könnten sich die Luftfilter zum Beispiel für Schulen, in denen man die Fenster nicht ganz öffnen, sondern nur kippen kann.

    Das bayerische Kultusministerium hat 37 Millionen Euro für Kohlendioxid-Ampeln und Luftfilter bereitgestellt. Sie stammen aus dem bereits angekündigten 50-Millionen-Topf der Staatsregierung, aus dem auch entsprechende Geräte etwa für Krippen und Kitas finanziert werden.

    Gefördert wird die Beschaffung von CO2-Sensoren für jeden Klassen- und Fachraum sowie die Anschaffung mobiler Luftreinigungsgeräte für jene Räume, die nicht ausreichend durch gezieltes Fensteröffnen oder durch eine raumlufttechnische Anlage gelüftet werden können, hieß es aus München.

    Meidinger: Lüftungskonzept "erbärmlich"

    Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat das Lüftungskonzept zur Corona-Prävention in den Schulen scharf kritisiert. "Es ist erbärmlich, dass der Kultusministerkonferenz und den meisten Schulministerien zum Thema Aerosolbelastung in vollen Klassenzimmern nichts anderes einfällt, als regelmäßiges Stoßlüften zu empfehlen", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

    "Wir wissen alle, dass in einer großen Anzahl von Klassenräumen die Fenster nicht oder nur spaltweise zu öffnen sind, dass vielfach Querlüftung nicht funktioniert, weil kein Durchzug möglich ist, und vor allem dass im Winter bei Minusgraden, Starkwind und Regen Lüften problematisch ist", so Meidinger. Für die Schüler bedeute das, mit Handschuhen und Mützen im Klassenraum zu sitzen. Die Ministerien seien sich nicht einmal einig darin, wie oft gelüftet werden müsse.

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