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Radarfalle

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    Blitzmarathon in Bayern: Weniger Raser wegen Corona?

    7.036 Temposünder sind der bayerischen Polizei innerhalb von 24 Stunden in die Radarfallen getappt. Das sind deutlich weniger als 2019, für Innenminister Herrmann aber immer noch zu viele. Schließlich sei Rasen die Hauptursache schwerer Unfälle.

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    Von
    • Beate Mangold
    • BR24 Redaktion

    Beim achten bayerischen 24-Stunden-Blitzmarathon hat die bayerische Polizei trotz der Vorankündigung insgesamt 7.036 Geschwindigkeitssünder erwischt. Die Zahl sank damit im Vergleich zum letzten Blitzmarathon im Jahr 2019 (10.821) deutlich. Wegen Corona war aber auch deutlich weniger los auf Bayerns Straßen. An 2.100 Messtellen war kontrolliert worden.

    Der Spitzenreiter: Mit 231 km/h statt erlaubtem Tempo 100

    Trauriger Spitzenreiter ist ein Motorradfahrer, der auf der Staatsstraße 2020 bei Bubesheim im Landkreis Günzburg geblitzt wurde. Statt mit den erlaubten 100 Kilometern pro Stunde war er mit 231 km/h unterwegs. Ihm drohen nun eine Geldbuße in Höhe von 1.200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot.

    Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord erreichte ein Fahrer auf der B16 bei Schwenningen den Spitzenwert – er war 65 Stundenkilometer zu schnell unterwegs.

    Vielen Verkehrsteilnehmern sei immer noch nicht bewusst, wie gefährlich zu schnelles Fahren sein könne, kommentierte Innenminister Joachim Herrmann das Ergebnis. "Raser spielen nicht nur mit dem eigenen Leben, sondern auch mit dem Leben anderer!"

    Herrmann kündigt mehr Kontrollen an

    Herrmann kündigte an, die Geschwindigkeitskontrollen in Bayern weiter zu verstärken. Dabei setze die Polizei auch auf modernste Messtechnik wie spezielle Lasermesspistolen und digitale Messgeräte. In diese Technik seien in den letzten beiden Jahren rund 3,4 Millionen Euro investiert worden.

    Bei knapp einem Drittel der Verkehrstoten auf Bayerns Straßen sei zu hohe Geschwindigkeit die Ursache. Insgesamt wurden in Bayern im letzten Jahr 147 Personen bei Geschwindigkeitsunfällen getötet.

    Nach einer Studie der Universität Passau wirken die Geschwindigkeitskontrollen allerdings nur kurzfristig. Laut den Wissenschaftlern kommt es zwar während eines Blitzmarathons zu weniger Unfällen, doch schon am nächsten Tag sei der Effekt gleich Null. 2020 war der Blitzmarathon Corona-bedingt übrigens ausgefallen.

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