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Blitzmarathon 2019: Jagd auf Raser - Fokus auf Landstraßen | BR24

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Sind Sie heute schon geblitzt worden? Seit 6 Uhr morgens läuft der Blitzmarathon der Polizei. Die hat in Bayern rund 2000 Radarfallen aufgestellt - vor allem an Landstraßen.

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Blitzmarathon 2019: Jagd auf Raser - Fokus auf Landstraßen

Der siebte Blitzmarathon unter dem Motto "Runter vom Gas!" läuft: Zehn Bundesländer nehmen an der Aktion teil, europaweit sind es 26 Länder. In Bayern gibt es besonders viele Blitzer auf den Landstraßen - und 2.000 Messstellen insgesamt.

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In Bayern kontrollieren Beamte bis Donnerstagmorgen an 2.000 Radarmessstellen die Geschwindigkeit vorbeifahrender Autos. 1.900 Polizisten sind dafür im Einsatz. Allein in München stehen rund 130 Radarfallen. Im Fokus sind aber besonders die Landstraßen - hier wird in Bayern oft besonders rücksichtslos gerast.

Herrmann: "Es geht um Sicherheit"

Die Behörden wehren sich gegen den Vorwurf, es ginge bei der Aktion ums Abkassieren. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnte, überhöhte Geschwindigkeit sei oft lebensgefährlich und die Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle. "Da geht es um die Sicherheit der Autofahrer selbst, aber es geht auch um die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer."

Im vergangenen Jahr seien 191 Personen wegen zu hoher Geschwindigkeit auf der Straße ums Leben gekommen. Der Blitzmarathon solle deshalb auf die Gefahren von zu schnellem Fahren aufmerksam machen, sagte Herrmann. "Uns geht es nicht darum, möglichst viele Verwarnungen auszusprechen oder Bußgeldbescheide zu verschicken." Deshalb hat das Innenministerium wie schon im Vorjahr nach Bezirken geordnete Übersichtstabellen der "Hot Spots" zum Runterladen ins Internet gestellt hat.

Die Zahl der Verkehrstoten sinkt nicht mehr

Der Hintergrund der Aktion: Während die Zahl der Verkehrstoten seit den 1970er-Jahren durch immer neue Sicherheitseinrichtungen vom Gurt über ABS bis zum Airbag ziemlich kontinuierlich zurückgegangen ist, lassen die Zahlen der letzten fünf Jahre ein Abreißen dieser erfreulichen Entwicklung befürchten.

2018 kamen in Bayern 618 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, davon 191 infolge überhöhter Geschwindigkeit - eine fast exakte Wiederholung der Zahlen von 2014. Immer stärker gefährdet sind, laut der deutschen Verkehrsstatistik für 2018, Radfahrer - auch und gerade in Bayern.

Dabei hatte Bayerns Staatsregierung bereits 2013 ehrgeizige Zielvorgaben für eine Verringerung der Todesfälle auf der Straße ausgegeben. "Bayern Mobil – sicher ans Ziel" heißt das Aktionsprogramm, demzufolge die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 auf 550 sinken müsste. Insgesamt 32 Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit sollen dazu beitragen, eine davon: der jährliche Blitzmarathon.

8.500 Temposünder im letzten Jahr

Schon letztes Jahr leisteten viele Autofahrer einen unfreiwilligen Beitrag zu den Staatsfinanzen: 8.500 Temposünder wurden innerhalb von 24 Stunden erwischt. Statistischer Spitzenreiter war seinerzeit ein 35-jähriger Autofahrer, der auf der B20 bei Pilsting in Niederbayern mit 189 Kilometern pro Stunde statt der erlaubten 100 gemessen wurde. Negativsiegerin innerhalb eines Stadtgebiets war eine Porsche-Fahrerin. Sie raste mit Tempo 101 durch München, erlaubt waren 50 Kilometer pro Stunde.