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"Fuß vom Gas!": Morgen startet der Blitzmarathon 2019 | BR24

© dpa/pa

Geschwindigkeitskontrolle der Polizei

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    "Fuß vom Gas!": Morgen startet der Blitzmarathon 2019

    Mit einem Blitzmarathon nimmt die Polizei von Mittwoch an 24 Stunden lang Raser ins Visier. Unter dem Motto "Fuß vom Gas!" führen nach Angaben des Innenministeriums rund 1.900 Polizisten Geschwindigkeitskontrollen an etwa 2.000 Stellen durch.

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    Zum siebten Mal führt Bayern den sogenannten Blitzmarathon durch, dieses Jahr unter dem Motto "Fuß vom Gas!", von Mittwoch früh 6 Uhr bis Donnerstag früh 6 Uhr.

    Tempolimit einhalten

    Für alle, die in diesen 24 Stunden mobil unterwegs sind, bedeutet das, sie müssen sich im ganzen Land auf Geschwindigkeitskontrollen einstellen, vor allem auf Landstraßen. Polizisten sowie Bedienstete der Gemeinden und der Zweckverbände der kommunalen Verkehrsüberwachung werden in diesem Zeitraum an 2.000 Stellen das Tempo der Verkehrsteilnehmer messen.

    "Überhöhte Geschwindigkeit ist kein Verkehrsdelikt, sondern häufig lebensgefährlich. Zu schnelles Fahren ist die Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle." Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister

    Nicht alle Bundesländer machen mit, einige zweifeln an der Effizienz

    Nicht nur im Freistaat wird von Mittwoch auf Donnerstag das Tempo der Verkehrsteilnehmer gemessen, insgesamt beteiligen sich 10 Bundesländer an der Aktion (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen). Teilweise weichen allerdings die Zeiten der Durchführung ab, so führt Hamburg beispielsweise seinen Blitzmarathon am Donnerstag, 04.04. von 6 bis 22 Uhr durch. 6 Bundesländer (Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein) machen nicht mit, teils wegen Personalmangels, teils, weil sie an der Effizienz des Marathons zweifeln. Der Blitzmarathon ist Teil der Aktionswoche "Geschwindigkeit" vom 1. bis 7. April des europäischen Polizeinetzwerks Tispol, an dem sich 30 Länder beteiligen.

    Hauptursache bei tödlichen Verkehrsunfällen

    2018 kamen in Bayern 618 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das waren mehr als 2017, als 608 Todesopfer zu beklagen waren. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der getöteten Personen mit überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache deutlich zurückgegangen, von 226 auf 191. Das bedeutet aber immer noch, dass bei nahezu jedem dritten Unfall mit tödlichem Ausgang, nicht angepasstes Tempo eines Verkehrsteilnehmers der Grund ist.

    Zehn-Jahres-Vergleich

    Jahr: Verkehrstote / Ursache des Unfalls: zu hohe Geschwindigkeit

    • 2009: 784 Verkehrstote / 274 Unfallursache hohe Geschwindigkeit
    • 2010: 697 / 215
    • 2011: 780 / 278
    • 2012: 662 / 215
    • 2013: 680 / 200
    • 2014: 619 / 193
    • 2015: 614 / 177
    • 2016: 616 / 215
    • 2017: 608 / 226
    • 2018: 618 / 191

    Ziel: Bis 2020 weniger als 550 Verkehrstote

    Eigentlich will Bayern die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 im Vergleich zu 2011 um 30 Prozent senken. Das ist Ziel des Aktionsprogramms "Bayern Mobil – sicher ans Ziel", das die Staatsregierung 2013 in die Wege geleitet hat. Das würde aber bedeuten, dass die Zahl der Verkehrstoten schon im nächsten Jahr auf 550 sinken müsste (2011 waren es 780 Verkehrstote). Mit 32 Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit soll die Zahl erreicht werden, dazu gehört auch der jährliche Blitzmarathon.

    "Der Polizei geht es nicht darum, möglichst viele Verwarnungen auszusprechen oder Bußgeldbescheide zu verschicken. Wir haben alle Messstellen im Internet veröffentlicht, damit sich jeder informieren kann." Joachim Herrmann, Bayerischer Innenminister

    Alle 2.000 Blitzer-Stellen im Netz

    Das Bayerische Innenministerium hat – wie schon beim ersten Blitzmarathon 2013 – alle Messstellen auch in diesem Jahr schon vor Beginn der Maßnahme im Internet veröffentlicht. Auf der Seite des Innenministeriums kann sich jeder Verkehrsteilnehmer informieren, ob eine Messstelle auf seiner Strecke liegt. Auf der Seite sind die Blitzorte allerdings nur – aufgegliedert nach Regierungsbezirken – alphabetisch gelistet, eine bedienerfreundliche Kartenübersicht fehlt.

    Bayern kein Volk der Raser

    Die meisten Verkehrsteilnehmer halten sich an die Geschwindigkeitsvorgaben. Das ist das Ergebnis der sechs bereits durchgeführten Blitzmarathons. So gab es letztes Jahr bei mehreren hunderttausend kontrollierten Fahrzeugen lediglich 8.466 Tempo-Verstöße. Regelmäßig werden bei der Aktion aber auch andere Delikte festgestellt wie Fahren ohne Gurt, unter Alkohol- oder Drogeneinfluss oder ohne gültige Fahrerlaubnis. 2018 waren es über 1.100 solcher Delikte.

    Trauriger Spitzenreiter: 206 km/h statt erlaubtem Tempo 100

    Jedes Jahr gibt es allerdings auch Raser, die "völlig skrupellos und hirnrissig" (Joachim Herrmann, 2016) ihr Leben und vor allem das der anderen aufs Spiel setzen. Den bisherigen Geschwindigkeitsrekord in dieser Negativ-Bilanz hält ein Motorradfahrer. Er wurde am 20. April 2015 bei Allersberg (Mittelfranken) auf der Landstraße mit einem gemessenen Tempo von 206 km/h erwischt. Die Folge: 1.200 Euro Geldbuße, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot. Letztes Jahr war der schnellste Temposünder mit 189 km/h nicht viel langsamer unterwegs.

    Bisherige Spitzenreiter unter den Temposündern

    • 2013: 193 km/h Lkrs. Hof / Oberfranken
    • 2014: 197 km/h Hengersberg (Lkrs. Deggendorf) / Niederbayern
    • 2015: 206 km/h Allersberg (Lkrs. Roth) / Mittelfranken
    • 2016: 192 km/h Speichersdorf (Lkrs. Bayreuth) / Oberfranken
    • 2017: 181 km/h Weichering (Lkrs. Neuburg-Schrobenhausen) / Oberbayern
    • 2018: 189 km/h Pilsting (Lkrs. Dingolsfing/Landau) / Niederbayern