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Wo es in Bayern am häufigsten blitzt | BR24

© BR/Hermann Scholz

In Bayern hat es im Juni deutschlandweit am häufigsten geblitzt. Auch im Blitzatlas der vergangenen Jahre lag Bayern ganz vorne. Trotzdem ist die Zahl der Blitzableiter in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Grund: Sparsamkeit beim Bauen.

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Wo es in Bayern am häufigsten blitzt

In Bayern hat es im Juni deutschlandweit am häufigsten geblitzt. Auch im Blitzatlas der vergangenen Jahre lag Bayern ganz vorne. Trotzdem ist die Zahl der Blitzableiter in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Grund: Sparsamkeit beim Bauen.

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Der Siemens-Blitzatlas schlüsselt Jahr für Jahr auf, wo in Deutschland die meisten Erdblitze gemessen wurden – also Blitze, die aus den Wolken in die Erde eingeschlagen sind. 2019 war das der Landkreis Oberallgäu mit 2.740 gemessenen Einschlägen. Die höchste Blitzdichte, also Einschläge pro Quadratkilometer, gab es in Kaufbeuren. Schlusslichter sind Hof, Schweinfurt und Bayreuth. Im Vorjahr war Schweinfurt noch die deutsche Blitzhauptstadt, und 2017 war Garmisch-Partenkirchen der blitzreichste Landkreis.

Bayern bei Blitzdichte im Mittelfeld

Bezogen auf seine Größe liegt Bayern bundesweit eher im Mittelfeld bei der Blitzhäufigkeit, genau 66.068 Erdblitze wurden dort 2019 gemessen. Das ist zwar die absolut höchste Zahl aller Bundesländer, aber Bayern hat ja auch die größte Fläche. Was die Blitzdichte angeht, waren Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen mehr betroffen.

Die Schäden durch Blitzeinschläge haben im vergangenen Jahr abgenommen, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Danach sind 2019 etwa 200 Millionen Euro an Blitz- und Überspannungsschäden entstanden und somit 40 Millionen Euro weniger als noch im Vorjahr.

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Blitzatlas Bayern 2019

Heuer nur halb so viele Blitze

Neben Siemens betreibt die Firma Nowcast ein Blitzmeldesystem, das für sich in Anspruch nimmt, noch ein bisschen sensibler zu sein. Während Siemens Blitze zählt, die in den Erdboden einschlagen, meldet Nowcast auch die, die sich von Wolke zu Wolke entladen. Die Firma liefert ihre Daten unter anderem an den Deutschen Wetterdienst, und sie hat jetzt aktuelle Zahlen für dieses Jahr vorgelegt.

Nowcast hat gemessen, dass der Juni 2020 nur halb so viele Gewitterblitze hatte wie der im Vorjahr. Denn aufgrund der stabilen Wetterlagen gab es weniger Gewitter.

Der stärkste Blitz im Juni in Bayern wurde am 27.6.2020 um 18.39 Uhr im mittelfränkischen Ehingen gemessen – er hatte eine Stärke von 304.000 Ampere. Zum Vergleich: Durchschnittsblitze kommen auf etwa 20.000 Ampere, stärkere auch schon mal auf 100.000 – der in Ehingen gemessene war also ein echter Hammerblitz.

Donau-Ries 2020 vorn

Der Landkreis mit den meisten Blitzen im Juni 2020 war Donau-Ries – laut Nowcast-Geschäftsführer Richard Fellner eine Mischung aus der Lage des Kreises am "Gewitter-Hotspot" Schwäbische Alb und purem Zufall – im blitzarmen Juni reichten ein paar kräftige Gewitter in der Region Ende Juni, um den Spitzenplatz zu erobern. Die höchste Blitzdichte pro Quadratkilometer gab es allerdings in Kempten im Allgäu.

© BR

Das Oberallgäu ist mit 2740 verzeichneten Blitzen Spitzenreiter der Statistik 2019. Im Juni 2020 wurde der stärkste Blitz Bayerns mit 304. 000 Ampere gemessen - ein normaler Blitz bringt‘s grade mal auf ein Zehntel davon. Und wie schützt man sich?

Blitzmessung mit Sensorennetz

Nowcast misst die Blitze mit 30 Sensoren, die über ganz Deutschland verteilt sind. Bei einem Blitz entsteht ein elektromagnetisches Feld, das sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet. Aus der Differenz der Ankunftszeit dieser Impulse bei den Sensoren kann man ziemlich genau berechnen, wo der Blitz aufgetreten ist, und auch Daten wie Stärke und Höhe.

Blitzableiter in Bayern werden weniger

Obwohl Bayern ein so blitzreiches Bundesland ist, ist die Zahl der Blitzableiter in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Grund: Kostensparen am Bau. Doch ein Blitzableiter kann Leben retten - wenn er richtig gewartet wird.

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