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Bleifreie Jagdmunition: Staatsforsten und LBV helfen Greifvögeln | BR24

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Wildtiere sollen im Staatswald künftig mit bleifreier Jagdmunition geschossen werden, so dass sie auch als Futter für Greifvögel liegen gelassen werden können.

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Bleifreie Jagdmunition: Staatsforsten und LBV helfen Greifvögeln

Wildtiere sollen im bayerischen Staatswald künftig mit bleifreier Jagdmunition geschossen werden. So können nicht verwertbare Tiere als Futter für Adler und Geier liegen gelassen werden. Das Projekt soll die Population der Greifvögel erhöhen.

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Von
  • Marcel Kehrer

Die Bayerischen Staatsforsten mit Sitz in Regensburg wollen Steinadlern, Seeadlern und Bartgeiern helfen. Wildtiere sollen künftig mit bleifreier Jagdmunition geschossen werden, so dass nicht verwertbare Tiere als Futterquelle im Wald liegen gelassen werden können. Ziel ist, die Zahlen der großen Greifvögel in Bayern zu stabilisieren und zu erhöhen. Stein- und Seeadler sowie Bartgeier sind auf den Verzehr von totem Wild angewiesen.

Landesbund für Vogelschutz ist Projektpartner

Der Landesbund für Vogelschutz ist Partner der Bayerischen Staatsforsten bei dem Projekt. Zusammen werden sie nun die genauen Gebiete festlegen, in denen nicht mehr mit bleihaltiger Munition geschossen werden darf. Beim Steinadler sollen alle Forstbetriebe im Alpenraum beteiligt sein.

Der Seeadler hat sich in in der nördlichen Oberpfalz und in Teilen Ober- und Mittelfrankens etabliert. Bruten sind noch im südöstlichen Oberbayern (Innauen und Delta der Tiroler Ache) bekannt.

Die Schwerpunkte der Bartgeierverbreitung sind bisher die westlichen Alpen. 2019 hat er mit einer ersten Brut in den Lechtaler Alpen erstmals in den Nordalpen und im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol gebrütet.

Greifvögel sollen sich nicht an Wild vergiften

Die Verpflichtung auf bleifreie Jagdmunition soll verhindern, dass sich die Greifvögel vergiften, wenn sie geschossenes Wild fressen, so Staatsforsten-Chef Martin Neumeyer: "Deswegen werden wir in mit dem LBV vereinbarten Gebieten ab sofort grundsätzlich auf bleihaltige Munition verzichten und Wild ganz oder teilweise auf der Fläche belassen.“ Für Restbestände bleihaltiger Munition werde eine Übergangsfrist von einem Jahr eingeräumt. Wer damit Wild erlegt muss dafür sorgen, dass die Vögel keinen Zugriff darauf haben.

"Willkommene Nahrungsquelle"

LBV-Chef Norbert Schäffer ist überzeugt, dass Wild oder Wildteile, die bewusst nach der Jagd im Gelände liegen bleiben, vor allem während der Brut "eine willkommene, zusätzliche Nahrungsquelle" von Steinadlern und Bartgeiern sind. "Beim Seeadler würde zugängliches Wild den Jungadlern durch die ersten Lebensjahre helfen, da diese noch wenig Jagderfahrung haben“, so Schäffer. „Die Chancen auf eine Etablierung aller drei Vogelarten in Bayern würde sich dadurch deutlich erhöhen“, so Schäffer weiter. Viele Insekten und Kleinvögel profitieren ebenfalls von verbleibenden Kadavern.

Keine zusätzlichen Abschüsse

Die Bayerischen Staatsforsten betonen, dass sie trotz des Projektes grundsätzlich bei ihrer jagdpolitischen Ausrichtung bleiben: Das auf der Jagd gewonnene Wildbret solle bestmöglich als Nahrungsmittel verwendet werden. Zur Umsetzung des Projektes werde es keine erhöhten Abschüsse geben.

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