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Blaualgengift am Mandichosee: Sperre auch fürs Segeln und Surfen | BR24

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Für einen der verendeten Hunde vom Mandichosee ist die Todesursach geklärt worden. Ein Labor wies Anatoxin nach - ein von Blaualgen produziertes Nervengift. Der Merchinger See ist bis auf weiteres gesperrt.

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Blaualgengift am Mandichosee: Sperre auch fürs Segeln und Surfen

Die Todesursache für einen der toten Hunde am Mandichosee in Merching ist geklärt: Er starb an einem Nervengift, das von Blaualgen produziert wird. Der See bleibt gesperrt – mit Auswirkungen fürs Angeln, Segeln, Surfen und Stand-Up-Paddling am See.

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Einer der drei toten Hunde am Mandichosee in Merching ist "zweifelsfrei an einer Anatoxinvergiftung" verendet. Das teilte ein Sprecher des Landratsamts Aichach-Friedberg mit. Ein Labor wies im Magensaft des Hundes Anatoxin sowie Cyanobakterien der Gattung Tychonema nach. Anatoxin ist ein Nervengift, das von den auch als Blaualgen bezeichneten Cyanobakterien produziert wird.

Weitreichende Sperrung des Mandichosees wegen Blaualgen

Noch ist unklar, an welchen Stellen im See die Blaualgen vorkommen. Von den Behörden wurde deshalb ein generelles Aufenthaltsverbot erlassen. Im gesamten Bereich des Mandichosees an der Lechstaustufe 23 bei Augsburg ist deshalb Baden, Angeln, Wassersport und das Betreten eines gesperrten Streifens am Ufer bis auf Weiteres untersagt.

Labor analysiert Blaualgen-Proben

Die am Mandichosee genommenen Proben analysiert nach Angaben des Landratsamts derzeit ein spezialisiertes Labor in Berlin. Die Analysen sollen Aufschluss darüber geben, wie gefährlich das gefundene Blaualgen-Gift für Mensch und Tier ist.

Wassersportcenter sagt Kurse für Surfen und Stand-Up-Paddling ab

Auswirkungen hat die Sperrung unter anderem auf das Wassersportcenter am Mandichosee. Es bietet Kurse fürs Surfen und Stand-Up-Paddling an. Die Kurse sind während der Sommerferien ausgebucht, müssen aber in dieser Woche und möglicherweise auch in der kommenden Woche ausfallen. Der Geschäftsführer des Wassersportcenters kann den unmittelbaren finanziellen Schaden noch nicht beziffern, befürchtet aber vor allem einen langfristigen Imageschaden.

Auch Segeln ist bis auf Weiteres nicht erlaubt

Die Segelvereine aus Königsbrunn und Merching blicken noch entspannt auf die Sperrung des Mandichosees. Beide Vereine tragen Regatten auf dem See aus. Solche Segelwettkämpfe sind wetterabhängig – eine Absage ist deshalb nichts Außergewöhnliches, solange es fürs Segeln bei einer kurzen Sperrung des Sees bleibt. Sollte die Blaualge dagegen wiederholt im See auftreten, fürchtet die 120 Mitglieder große Seglervereinigung Merching aber um ihre Zukunft.

Angeln verboten – Fischereiverein entgehen Einnahmen

Der Fischereiverein Augsburg verkauft Angelkarten für den Mandichosee. Vor allem aus dem Raum München kommen viele Angler, um in Merching Forellen, Karpfen und Hechte zu fangen. Einige Tage, an denen das Angeln nicht erlaubt ist, sind dabei für Peter Steinle vom Fischereiverein kein Problem. Das komme durch Naturereignisse immer wieder vor, erklärt er. Bliebe der Mandichosee wegen der Blaualgen aber länger gesperrt, würden nennenswerte Einnahmen wegbrechen.