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Blaualgen-Plage in Bayerns Seen: Wenn baden krankmacht | BR24

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Die meisten der rund 300 Badeseen in Bayern haben eine sehr gute Wasserqualität. Doch es gibt auch Problemfälle.

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Blaualgen-Plage in Bayerns Seen: Wenn baden krankmacht

Die meisten der rund 300 Badeseen in Bayern haben eine sehr gute Wasserqualität. Doch es gibt auch Problemfälle: In Frensdorf im Landkreis Bamberg etwa musste vor kurzem ein See gesperrt werden, nachdem sich dort Krankheitsfälle gehäuft hatten.

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Mehrere Dutzend Menschen klagten über Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit, nachdem sie im Frensdorfer See im Landkreis Bamberg baden gewesen waren. Insgesamt haben sich laut Gesundheitsamt Bamberg 79 Betroffene gemeldet, manche von ihnen wurden ambulant im Krankenhaus behandelt. Inzwischen wurde das Wasser des Sees analysiert.

Blaualgen und Noro-Viren im Wasser

Das Ergebnis: Der Frensdorfer See ist mit einer hohen Konzentration von Blaualgen belastet. Zusätzlich seien Noro-Viren im Wasser festgestellt worden, erklärte ein Sprecher des Landratsamts Bamberg. Bereits seit Ende Juli ist der Frensdorfer See daher für die Öffentlichkeit gesperrt.

Ob er diese Saison noch einmal zum baden freigegeben werden kann, ist derzeit unklar. Im selben Landkreis sind auch der Ebinger See und der Baggersee Breitengüßbach abgeriegelt. Grund ist auch hier eine hohe Blaualgen-Konzentration.

Bakterien reizen Haut - auch Übelkeit und Durchfall möglich

Als Blaualgen werden Cyano-Bakterien bezeichnet. Diese Bakterien könnten beim Menschen zu Hautreizungen führen - wenn sie in großen Mengen geschluckt werden, auch zu Übelkeit und Durchfall, warnt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Begünstigt wird die Entstehung der Bakterien durch Dünger und Bakterien, die ins Wasser eingeleitet werden. Wird es dann heiß und sonnig, vermehren sich die Algen oft explosionsartig.

Badeverbote wegen Blaualgen-Plage

Auch im Eixendorfer See bei Neunburg vorm Wald, dem größten Stausee der Oberpfalz, gibt es eine akute Blaualgen-Plage. Bisher scheiterten alle Versuche, das ungebremste Wachstum der Algen in den Griff zu bekommen. Bereits im Vorjahr herrschte am See ein vorübergehendes Badeverbot.

Dagegen wurde im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg ein am Wochenende verhängtes Badeverbot für den Mandichosee wieder aufgehoben.

Dort starben zwei Hunde, nachdem sie sich an einer Badebucht an der Ostseite des Sees aufgehalten hatten. Der Verdacht, dass eine hohe Konzentration von Blaualgen zum Tod der Tiere führte, hat sich laut Labor-Analysen aber nicht bestätigt: Mitarbeiter von Wasserwirtschaftsamt und Gesundheitsamt konnten keine Auffälligkeiten feststellen.

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Auch uns trifft er, der Zusammenhang zwischen Klimawandel und intensiver Bodennutzung: Nämlich dann, wenn Badeseen wegen Algen gesperrt sind. Das liegt vor allem an der Belastung mit Phospor - also an überdüngten Böden rund um den See.

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  • Stefanie Wagner
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