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Blaualgen im größten Stausee der Oberpfalz: Experten sind ratlos | BR24

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Eine Blaualgenplage verwandelt das Wasser im Eixendorfer See, dem größten Stausee der Oberpfalz, in eine schlammige Brühe. Selbst Experten sind ratlos, wie sie die alljährliche Plage in dem See bei Neuburg vorm Wald in den Griff bekommen sollen.

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Blaualgen im größten Stausee der Oberpfalz: Experten sind ratlos

Eine Blaualgenplage verwandelt das Wasser im Eixendorfer See, dem größten Stausee der Oberpfalz, in eine schlammige Brühe. Selbst Experten sind ratlos, wie sie die alljährliche Plage in dem See bei Neunburg vorm Wald in den Griff bekommen sollen.

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Jedes Jahr das gleiche Drama: Die sommerlichen Temperaturen regen die Blaualgen im größten Stausee der Oberpfalz zu einem ungebremsten Wachstum an. Zug um Zug verwandelt sich das Wasser des Eixendorfer Stausees in eine grüne, schlammige Brühe. Bisher scheiterten alle Versuche, der Plage Herr zu werden. Und auch die neueste Idee stößt bei Fachleuten auf Skepsis.

Hilft ein Wasserentnahmeturm?

Der Neunburger Stadtrat Walter Drexler hat vorgeschlagen, einen sogenannten Wasserentnahmeturm im Eixendorfer See zu installieren. Mit einem derartigen System wurde eine Algenplage in einem See im sächsischen Bautzen bekämpft. Über den Turm soll das warme Seewasser aus den oberen Schichten ablaufen, es ist besonders anfällig für Algenwachstum. Zurück bliebe dann das kältere, saubere Wasser.

Die Kosten sind noch nicht genau abschätzbar. Die Anlage im sächsischen Bautzen hat 700.000 Euro gekostet. Jetzt soll zunächst die Wirksamkeit eines solchen Wasserentnahmeturms durch das Helmholz-Institut untersucht werden.

Experten sind skeptisch

Experten, wie Elisa Brode von der Landestalsperrenverwaltung in Bautzen, wo man gute Erfahrungen mit dem Wasserentnahmeturm gemacht hat, bezweifeln jedoch, dass das System auch im Eixendorfer Stausee funktioniert. Das Problem: Durch den Eixendorfer See fließt die Schwarzach und bringe von außen immer neue algenbildende Nährstoffe in den See, sagt Brode.

© Stadt Neunburg

Der Eixendorfer Stausee aus der Luft. Der See entstand durch die Aufstauung der Schwarzach und ist rund 100 Hektar groß.

Algengift kann Durchfall und Ausschlag verursachen

Blaualgen bilden ein Toxin, das zu Hautreizungen, Durchfall oder Erbrechen führen kann, wenn man Wasser schluckt. Eine Gesundheitsgefahr besteht vor allem für Kinder. Die Algen entstehen vor allem in stehenden Gewässern, heiße Temperaturen begünstigen dann zusätzlich eine höhere Konzentration.

Schon im vergangenen Sommer gab es im Eixendorfer See eine Algenplage. Damals mussten die Behörden Ende August ein Badeverbot für den See aussprechen.

💡 Eixendorfer Talsperre

Der Eixendorfer Weiher, wie er von den Einheimischen genannt wird, erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 100 Hektar und ist damit der größte Stausee in der Oberpfalz. Er liegt auf der Grenze des Landkreises Schwandorf zum Landkreis Cham. Der See entstand 1975 durch die Aufstauung des Flusses Schwarzach.