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Schaufenster in Zeiten von Corona: Die Geschäfte in Bayreuths Innenstadt werben um Kunden.

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    Blasses Bayreuth: Wie Corona das Innenstadtleben lähmt

    Die neuen Regeln für den Einzelhandel erlauben in Bayreuth unter anderem "Click & Meet" – solange der Inzidenzwert unter 200 bleibt. Das Stadtbild will sich trotzdem nicht erholen, einige Geschäfte werden wohl nicht überleben.

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    Von
    • Markus Feulner

    Etwa 20 Leute stehen im Nieselregen vor der Teststelle am Bayreuther Rotmaincenter. Eine Anmeldung für das Einkaufszentrum ist nicht notwendig – ein negativer Test schon. Hier, wo vor Corona bis zu 20.000 Menschen in die Geschäfte strömten, sind die Folgen der Pandemie unübersehbar.

    Bayreuther Geschäfte wollen konkrete Öffnungsperspektive

    Die Stimmung bei den Einzelhändlern ist entsprechend. Seit dem 16. Dezember sind die meisten Geschäfte in einem dauerhaften Lockdown. Die Inzidenzwerte in Bayreuth waren seitdem nur dreimal kurz unter 100 – im Februar und März. Einen allumfassenden, wenige Wochen andauernden Lockdown würden die meisten Händler sogar mittragen, wenn es danach eine konkrete Öffnungsperspektive geben würde. So aber nehme die Hängepartie kein Ende.

    "Click & Meet" statt Einkaufserlebnis

    In Bayreuth können die Läden dank einer Inzidenz unter 200 immerhin "Click & Meet" anbieten. Das heißt, einkaufen ist nur noch mit einem Termin und nur für eine gewisse Zeit möglich. Die verschärften Regelungen für das Einkaufen führen allerdings dazu, dass manche Geschäfte ganz geschlossen haben und nur noch Ware auf Bestellung ausliefern. Andere haben eingeschränkte Öffnungszeiten und wieder andere bieten Termine zum Einkaufen an.

    Die Atmosphäre in der Bayreuther Innenstadt wirkt trostlos. Am zweiten Testzentrum in der Schlossgalerie wartet nur ein Mann auf sein Ergebnis. Es sind auch sonst kaum Menschen unterwegs. Das regnerische, kühle Wetter verstärkt den Eindruck.

    Handelsverband fordert Alternativen

    "Click & Collect" bringe vielleicht zehn Prozent, "Click & Meet" vielleicht bis zu 30 Prozent des üblichen Umsatzes. Das reiche nicht aus, um zu überleben, meint Thorsten Becker vom Handelsverband Bayern (HBE), Bezirk Oberfranken. Die momentane Aussetzung des Insolvenzrechts täusche über die Lage hinweg. Eine Pleitewelle im Handel drohe, trotz Überbrückungshilfen und Krediten, denn die müssten irgendwann zurückgezahlt werden. Zurzeit würde der Schuldenberg bei vielen Händlern wachsen.

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