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Die Stadt Schnaittenbach hat für verschiedene Szenarien ein regionales Katastrophenschutzkonzept entwickelt.

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Blackout: Schnaittenbach rüstet sich für eventuelle Katastrophe

Blackout: Schnaittenbach rüstet sich für eventuelle Katastrophe

Ein flächendeckender, langer Stromausfall: ein Szenario, das momentan nicht mehr auszuschließen ist. Die Stadt Schnaittenbach hat sich darüber Gedanken gemacht und für verschiedene Szenarien ein regionales Katastrophenschutzkonzept entwickelt.

Welche Auswirkungen haben verschiedene Katstrophenarten auf die Stadt Schnaittenbach? Die Freiwillige Feuerwehr hat sich gemeinsam mit den örtlichen Behörden zusammengetan und dafür einen Plan entwickelt. Herausgekommen ist ein regionales Katastrophenschutzkonzept. Das mehrseitige Exposé sei aber nicht nur für einen Blackout konzipiert, sondern beispielsweise auch für Starkregenereignisse oder eine Sturmlage, erklärt Fredi Weiß, der Kreisbrandrat von Amberg-Sulzbach.

Unterschied zu überregionalen Konzepten?

Jeder Ort im Freistaat hat bei einer Katastrophenlage unterschiedliche Herausforderungen. Was laut Fredi Weiß bei überregionalen Konzepten oftmals vergessen wird, sind die individuellen Gegebenheiten vor Ort. Was macht beispielsweise ein Landwirt mit seinen Kühen im Stall, die gemolken werden müssen, aber die Milchanlage läuft mit Strom? Genau für solche Fälle sei das Konzept erstellt worden, erklärt Michael Werner, der 1. Kommandant der Feuerwehr Schnaittenbach. Während der Konzepterarbeitung seien sie immer wieder auf Dinge gestoßen, die sie vorher nicht auf dem Schirm hatten. Ein Beispiel dafür ist die Wasserversorgung. Nach 48 Stunden ohne Strom wären die Wasserhochbehälter leer und müssten mit einer Hochleistungspumpe wieder aufgefüllt werden.

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Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr
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Einsatzfahrzeug bei der Übung: Durch das Konzept müssen Einsatzkräfte und Behörden nicht bei null anfangen, sondern können direkt dort anpacken.

Stadt investiert viel Geld in den Katastrophenschutz

Die Stadt hat deswegen gut 47.000 Euro in Projekte investiert, die im Katastrophenschutzkonzept erarbeitet wurden. Beispielsweise in ein Notstromaggregat, damit die Wasserversorgung im Notfall gesichert ist und die Hochbehälter wieder mit Wasser befüllt werden können. Alleine dafür hat die Stadt gut 20.000 Euro ausgegeben. Damit auch die Bürger wissen, was im Katastrophenfall zu tun ist, haben alle Haushalte im Ort eine Informationsbroschüre erhalten. Durch das Konzept müssen Feuerwehr, Rettungskräfte und Behörden nicht bei null anfangen, sondern können direkt dort anpacken, wo es nötig ist, erklärt Schnaittenbachs Bürgermeister, Marcus Eichenmüller.

Keine Panik, trotzdem wachsam bleiben

Kreisbrandrat Fredi Weiß möchte durch das Katastrophenschutzkonzept und deren Übungen keine Panik schieben, trotzdem wolle man vorbereitet sein. "Wenn man bedenkt, was in den letzten zwei, drei Jahren alles passiert ist, kann man auch einen Blackout nicht mehr ausschließen", so Fredi Weiß.

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Jeder Ort hat bei einer Katastrophenlage unterschiedliche Herausforderungen. Ein Mitglied des örtlichen Krisenstabs prüft die Landkarte.