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BKH Straubing: Zweiter Patient wartet auf Freigang | BR24

© BR/Kathrin Unverdorben

Freigänger im BKH Straubing

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BKH Straubing: Zweiter Patient wartet auf Freigang

Nachdem es viel Wirbel um den Freigang eines Patienten aus der Forensischen Klinik in Straubing gegeben hatte, steht jetzt erneut ein Patient kurz vor einem Freigang. Er wäre der Zweite überhaupt in der Geschichte des Bezirkskrankenhauses.

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Anfang des Jahres durfte zum ersten Mal ein Patient aus dem Hochsicherheits-Bezirkskrankenhaus (BKH) in Straubing heraus. Der begleitete Freigang hatte für viel Aufregung gesorgt. Jetzt steht erneut ein Patient kurz vor einem Freigang. Er wäre der zweite Patient überhaupt in der Geschichte der Forensik, der derartige Lockerungen erfährt.

Verlegung kurzfristig gestoppt

Wie der Bezirk Niederbayern mitteilt, steht die Entscheidung darüber Mitte Juni an. Mit dem Fall sei das zuständige Amtsgericht befasst, heißt es. Der Patient hätte erst in das BKH nach Mainkofen (Lkr. Deggendorf) verlegt werden sollen um dementsprechende Lockerungen zu bekommen. Dessen Anwalt David Mühlberger erreichte aber, dass er in Straubing bleiben darf, da er kurz vor dem Abschluss einer Lehre im BKH steht. Wie Mühlberger dem BR mitteilte, hat der Patient an einem Freitag erfahren, dass er am Montag darauf verlegt werden sollte. Per Eilantrag habe der Anwalt die Verlegung gestoppt.

Lockerungen in Lerchenhaid nicht vorgesehen

Freigänge aus der Hochsicherheits-Forensik in Straubing/Lerchenhaid waren eigentlich nicht vorgesehen. Als der erste Fall Anfang dieses Jahres bekannt wurde, gab es viel Kritik und empörte Stimmen aus der Bevölkerung. Auch die Stadt und der Bezirk waren gegen Lockerungen im Maßregelvollzug in Straubing. Es heißt, es gebe seit der Gründung des BKH Mitte der 80er Jahre eine Abmachung, dass in dieser Forensik keine Lockerungen wie Freigänge erlaubt werden. Darauf beruft sich auch die Stadt Straubing. Anwalt Mühlberger zweifelt diese Abmachung an: "Keiner weiß zwischen wem die Absprache stattgefunden hat, mit welchem Inhalt und in welchem Rahmen", so Mühlberger zum BR. Nur durch eine gerichtliche Entscheidung konnte Mühlberger den ersten Freigang "erzwingen", wie er sagt.

Erster Freigänger steht vor Entlassung

Der Münchener Anwalt vertritt auch den ersten Freigänger des BKH Straubing. Dieser steht mittlerweile kurz vor seiner Entlassung, was auch der Bezirk Niederbayern bestätigte. Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass er freikommt, so eine Sprecherin des Bezirks. Eine endgültige Entscheidung stehe aber noch aus. Der Mann würde dann ambulant vom BKH in Mainkofen weiter betreut werden. Anwalt Mühlberger sagte, dass die Vorzeichen gut stehen: Ein Gutachter halte den Patienten für nicht mehr gefährlich. Eine Entscheidung über die Freilassung fällt laut Mühlberger kommende Woche. Auch das wäre eine große Seltenheit in Straubing. Der Anwalt kann sich an nur einen Fall eines Patienten erinnern, der jemals aus dem BKH Straubing freigekommen sei.