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Missbrauchs-Aufarbeitung: Bistum Regensburg geht eigenen Weg | BR24

© picture alliance/Kungel

Regensburger Dom

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    Missbrauchs-Aufarbeitung: Bistum Regensburg geht eigenen Weg

    Im Frühjahr hatten sich die deutschen Bischöfe darauf geeinigt, Kommissionen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche einzurichten. In Bayern nehmen die Pläne Formen an. Das Bistum Regensburg hält an seinem Kurs fest.

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    • BR24 Redaktion

    Die bayerischen Bistümer wollen - mit einer Ausnahme - zeitnah Kommissionen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche einrichten. "Wir waren uns einig, dass in Bayern alle den Weg gehen wollen - bis auf Regensburg, die ihre eigene Geschichte machen", sagte der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag als Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz nach der Herbstvollversammlung des Gremiums. "Wir sind da intensiv dran." Er geht davon aus, dass die Kommission in seinem Bistum die Arbeit zum Jahresbeginn 2021 aufnehmen wird.

    Marx: Kommission soll Anfang 2021 Arbeit aufnehmen

    Schwierig sei nach wie vor die Frage, wie Betroffene angemessen in die Kommissionen einbezogen werden können. Die Bistümer beraten derzeit nach Angaben des Kardinals auch über die Möglichkeit der "überdiözesanen Beteiligung von Betroffenen", also darüber, ob einzelne Betroffene in mehreren Kommissionen sitzen können. Zur Freisinger Bischofskonferenz gehören die sieben bayerischen Diözesen und Erzdiözesen - Bamberg, München und Freising, Augsburg, Eichstätt, Passau, Regensburg, Würzburg - sowie das Bistum Speyer.

    Ende April hatte der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sich auf eine "Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland" geeinigt und beschlossen, unabhängige Aufarbeitungskommissionen in allen 27 Bistümern einzusetzen. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, sprach damals von einer "historischen Entscheidung".'

    Bistum Regensburg sieht keinen Handlungsbedarf

    Das Bistum Regensburg will einen Sonderweg gehen, wie Bistumssprecher Clemens Neck bestätigte. "Regensburg hatte das, was die DBK in der Verfahrensfrage beschloss, bereits in den vergangenen Jahren durchgeführt", sagte er. "Das hatte auch mit dem besonderen Fokus auf die Domspatzen zu tun." Zwei Studien haben sich bereits mit Missbrauch und Gewalt bei den Regensburger Domspatzen befasst.

    Betroffene seien in Regensburg auch an der Antwort auf die Frage beteiligt gewesen, wieviel Geld Opfern von sexuellem Missbrauch in der Kirche gezahlt werden sollte, sagte Neck. Bereits im August hatte das Regensburger Bistum bekannt gegeben, seine Zahlungen für die Opfer sexuellen Missbrauchs auf bis zu 50.000 Euro aufzustocken - eine Zahl, auf die sich die DBK erst in der vergangenen Woche einigte.

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