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Bischof Voderholzer mit Vorbehalten beim "synodalen Weg" | BR24

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Der Reformdruck in der katholischen Kirche ist enorm. Deshalb, so BR-Kirchenexperte Kleinjung, trauen sich die Bischöfe jetzt heiße Eisen anzupacken. Auf der Herbstvollversammlung in Fulda haben sie den synodalen Weg beschlossen, trotz Bedenken.

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Bischof Voderholzer mit Vorbehalten beim "synodalen Weg"

Der katholische Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, will sich nur unter Vorbehalten am "synodalen Weg" beteiligen, also der Reformdebatte unter den deutschen Bischöfen. Er behalte sich aber vor, auch wieder auszusteigen.

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Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer will sich nur unter Vorbehalten an der Reformdebatte "synodaler Weg" beteiligen. Das teilte er in einer persönlichen Erklärung am späten Mittwochabend am Rande der Fuldaer Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz mit.

Weichen sind falsch gestellt

Trotz einiger Verbesserungen im Detail habe er bei der Schlussabstimmung über das Statut des "synodalen Wegs" mit Nein votiert. Für eine Erneuerung der Kirche seien die Weichen falsch gestellt worden. Voderholzer äußerte sich noch vor der offiziellen Bekanntgabe der Beratungsergebnisse. Der Regensburger Bischof führte aus, die thematische Ausrichtung des "synodalen Wegs" gehe an der Realität der Glaubenskrise in Deutschland vorbei. An der Wiege dieses Prozesses stehe zudem eine "Unaufrichtigkeit".

Aus den Fällen des sexuellen Missbrauchs den Schluss zu ziehen, dass es bei der Erneuerung um die Themen "Ehelosigkeit", "Machtmissbrauch", "Frauen in der Kirche" und "Sexualmoral" gehen müsse, sei "pseudowissenschaftlich". Dafür fehlten Vergleichsstudien zu anderen Institutionen.

Bischof Voderholzer erwartet sich nicht zu viel

Voderholzer äußerte erneut sein Bedauern, dass der von ihm und dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki vorgelegte Alternativentwurf keine Mehrheit unter den deutschen Bischöfen gefunden habe. Der Bischof fügte hinzu, er werde sich an dem Prozess trotzdem beteiligen, weil er sich nicht den Vorwurf der Dialogverweigerung machen lassen wolle. Allerdings erwarte er sich nicht viel. Für einen echten Dialog fehle es an einer von allen Beteiligten anerkannten theologischen Grundlage.

Der Bischof sagte, er gehe davon aus, dass ihn sein "Wahrheitsgewissen eher in die Situation bringen wird, Zeugnis zu geben und zu ermahnen, 'sei es gelegen oder ungelegen'". Dabei behalte er sich vor, "nach den ersten Erfahrungen gegebenenfalls ganz auszusteigen".

Voderholzer erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass er dem heutigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zweimal feierlich versprochen habe, den katholischen Glauben unverkürzt zu vertreten: 2004 bei seiner Berufung als Professor nach Trier und 2013 bei seiner Bischofsweihe in Regensburg. " Daran fühle ich mich gebunden und ich sehe diese Versprechen gegenwärtig besonders herausgefordert."