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Würzburgs Bischof Franz Jung hat die Unterstützeraktion für einen wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Priester scharf verurteilt.

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    Bischof kritisiert Unterstützeraktion für verurteilten Priester

    Der Würzburger Bischof Franz Jung hat die Unterschriftenaktion für einen Priester im Raum Bad Kissingen scharf verurteilt. Dort setzen sich Katholiken für einen Priester ein, der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde.

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    Von
    • Anke Gundelach

    Viele Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft "Heiliges Kreuz Bad Bocklet" wünschen sich ihren Pfarrer zurück, der wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes gerichtlich verurteilt wurde. Sie haben für ihn Unterschriften gesammelt und ans Bistum Würzburg geschickt. Bischof Franz Jung hat für diese Aktionen allerdings nicht das geringste Verständnis und findet nun deutliche Worte.

    Bischof Jung distanziert sich ausdrücklich

    In einer offiziellen Stellungnahme des Bischofs heißt es: "Als Bischof von Würzburg distanziere ich mich ausdrücklich von den Unterschriftenaktionen für den wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft ‚Heiliges Kreuz Bad Bocklet‘. Die Organisatoren und Unterzeichner der Aktionen fordere ich auf, das Urteil und das Leid der Betroffenen zu akzeptieren und Tatsachen nicht zu verdrehen."

    Aktionen sind laut Bischof kontraproduktiv

    Wie Bischof Jung weiter ausführt, würden die Aktionen "in bizarrer und skandalöser Weise das Bemühen des Bistums Würzburg um Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs" konterkarieren und schwersten Schaden für Pfarrei, Bistum und Kirche insgesamt verursachen. Sie würden zudem mit Erschrecken erkennen lassen, dass Teile der innerkirchlichen Öffentlichkeit noch immer nicht verstanden hätten, dass sexueller Missbrauch ein Verbrechen ist, das nicht geduldet werden kann.

    Kein Zurück für den verurteilten Priester

    Bischof Franz Jung stellt klar, dass es für den verurteilten Priester kein Zurück geben wird: "Der verurteilte Priester wird definitiv nicht mehr in die Pfarreiengemeinschaft ‚Heiliges Kreuz Bad Bocklet‘ zurückkehren und hat auf die Pfarreien verzichtet. Alle weiteren Maßnahmen der Diözese gegenüber dem Priester werden im kirchlichen Verfahren geklärt."

    Gerichtsurteil ist rechtskräftig

    Der betroffene Geistliche war vom Amtsgericht Bad Kissingen wegen des sexuellen Missbrauchs an einer früheren Ministrantin im August 2020 zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Die Strafe wurde auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt. Staatsanwaltschaft und Verteidigung legten zunächst Berufung ein, nahmen diese aber im Februar zurück, wodurch das Urteil rechtskräftig wurde.

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