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Bischof Jung: Viele Kirchenaustritte tun "richtig weh" | BR24

© dpa Picture-Alliance Karl-Josef Hildenbrand

Würzburger Bischof Franz Jung feiert einen Gottesdienst

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    Bischof Jung: Viele Kirchenaustritte tun "richtig weh"

    Den Kirchen in Deutschland laufen weiter die Gläubigen weg. Die Zahlen aus dem letzten Jahr sind ernüchternd - auch für Unterfranken. Würzburgs Bischof Franz Jung sagt, die vielen Kirchenaustritte täten "richtig weh". Hoffnung hat er trotzdem.

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    Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland haben am Freitagmittag die kirchliche Statistik 2019 bekanntgegeben. Die Zahlen zu Kirchenaustritten sind ernüchternd für die Religionsgemeinschaften. Auch in Unterfranken.

    Zum 31. Dezember 2019 zählte die Diözese Würzburg 720.399 Katholiken. Rund 55 Prozent der Bevölkerung in Unterfranken, das nahezu deckungsgleich mit der Diözese Würzburg ist, sind demnach katholisch. Aus der katholischen Kirche ausgetreten sind im Bistum Würzburg im Jahr 2019 nach DBK-Angaben 8.043 Katholiken. Das ist der bislang höchste Wert. Wiederaufnahmen gab es 135. Eintritte wurden 36 verzeichnet.

    "Unsere Türen stehen weiterhin offen!"

    "Die Zahlen der kirchlichen Statistik für das Jahr 2019 tun weh, richtig weh", erklärte Würzburgs Bischof Franz Jung. Er nehme die Entscheidung eines jeden, der sich enttäuscht, genervt, frustriert oder gelangweilt von der Kirche abwende, sehr ernst und bedauere dies zutiefst. "Selbstverständlich sage ich jeder und jedem Einzelnen zu: Die Türen unserer Kirche stehen Ihnen weiterhin offen!" Zugleich gelte es, das aktuelle Kirchesein zu hinterfragen.

    Weniger Täuflinge, weniger Eheschließungen

    Wie im bundesweiten Trend ist auch im Bistum Würzburg ein Rückgang beim Sakramentenempfang zu verzeichnen. Gesunken ist 2019 im Bistum Würzburg die Zahl der Taufen auf 5.226. Die durchschnittliche Zahl der Gottesdienstbesucher ging im Bistum im Vergleich zum Vorjahr zurück. Etwas zurückgegangen sind auch die Zahlen bei den Erstkommunion-Kindern auf 5.250, ebenso die Zahl der Firmlinge. 4.209 waren es im Jahr 2019, im Vorjahr 4.377. Einen Rückgang gab es auch bei der Zahl der kirchlichen Eheschließungen mit 1.377. Kirchliche Bestattungen wurden 8.423 verzeichnet.

    Dankbar für jedes Kirchenmitglied

    Bischof Jung erklärte weiter, er sei für die vielen Menschen, die sich aus Überzeugung dafür entschieden haben, Mitglied ihrer Kirche zu sein und Kirche zu leben, sehr dankbar, "und dies gerade in einer Zeit, in der das Bild der Kirche aufgrund schweren eigenen Versagens vielfach vom Reformstau und von Skandalen überschattet ist". Sein Dank gelte den Eltern, die ihren Kindern mit der Zusage zur Taufe das Christsein eröffneten. Er freue sich über jedes Kommunionkind, das im Jahr 2019 Christus in der heiligen Kommunion begegnen durfte, und über jeden Jugendlichen, der sich für die Firmung entschieden hat.

    Kleiner Hoffnungsschimmer

    Als einen Hoffnungsschimmer sehe er die Wiederaufnahmen und Eintritte, betonte Bischof Jung. "Ich sehe die Herausforderung darin, noch nachdrücklicher herauszustellen, wofür unsere Kirche sich religiös, sozial, gesellschaftlich und in weltweiter Solidarität stark macht und wie sehr sie in der Nachfolge Jesu Christi für das Heil der Menschen und für ihre Erlösung wirkt."

    Das Bistum Würzburg zählte zum 31. Dezember 2019 312 aktive Welt- und Ordenspriester, 164 Ruhestandspriester, 138 Diakone, davon 76 in Teilzeit, 153 Pastoralreferenten bzw. -assistenten, davon 41 in Teilzeit, 131 Gemeindereferenten/-assistenten, davon 54 in Teilzeit, acht Pastorale Mitarbeiter, davon drei in Teilzeit, sowie 130 Religionslehrer im Kirchendienst, davon 58 in Teilzeit.

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