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Bischof Rudolf Voderholzer äußerte sich in einer Predigt zum Gründonnerstag zum Streit um einen einheitlichen Tarifvertrag für die Altenpflege

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Bischof äußert sich zum Streit um Tarifvertrag für Altenpflege

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat im Streit um einen Tarifvertrag für die Altenpflege in Deutschland der Caritas den Rücken gestärkt. Der Lohn für Caritas-Mitarbeiter sei höher als der im Tarif vorgesehene Mindestlohn, so der Bischof.

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  • BR24 Redaktion

In der Auseinandersetzung um einen Flächentarifvertrag in der Pflege nimmt der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer die Caritas in Schutz. Er vermutet, dass es gar nicht um mehr Geld für alle Beschäftigten gehe – sondern um das Ende eines kirchlichen Sonderwegs. "Wenn die Arbeitnehmervertreter wirklich etwas Gutes für die Frauen und Männer in den nicht-kirchlichen Einrichtungen tun wollen, dann sollen sie sich dafür einsetzen, dass überall so gut bezahlt wird wie bei der Caritas", sagte der Bischof laut Mitteilung vom Freitag in einer Predigt zum Gründonnerstag.

Gewerkschaften hofften auf flächendeckenden Tarifvertrag

Ende Februar hatte der katholische Wohlfahrtsverband Caritas seine Zustimmung zu einem flächendeckenden Tarifvertrag für Mitarbeiter der Altenpflege verweigert. Man fürchtete negative Auswirkungen auf das eigene Lohnniveau. Der Tarifvertrag würde nicht zur Verbesserung der Bedingungen in der Pflege beitragen. Die Caritas erntete dafür massive Kritik, etwa von Gewerkschaften.

Verdi und der Arbeitgeberverband BVAP hatten den Tarifvertrag Altenpflege im September ausgehandelt. Er sieht eine Erhöhung der Einkommen auf bis zu 18,50 Euro für examinierte Altenpflegekräfte ab Januar 2023 vor. Beantragt werden sollte, den abgeschlossenen Tarifvertrag für allgemeinverbindlich zu erklären. Laut Gesetz müssen allerdings Caritas und Diakonie, die viele Pflegekräfte beschäftigen, zu einem solchen Antrag ihr Votum abgeben.

Bischof: Kritiker wollten nur ein Ende des kirchlichen Sonderwegs

Die Entlohnung für Caritas-Mitarbeiter sei höher als der im Tarif vorgesehene Mindestlohn, betonte Voderholzer. Ihm dränge sich der Verdacht auf, dass es in der Kritik an der Caritas gar nicht um eine gerechtere Bezahlung der Pflegekräfte gehe. Vielmehr solle dem sogenannten Dritten Weg der Garaus gemacht werden. Der Dritte Weg ist demnach eine besondere Form der Tarifeinigung, die die Kirche in Deutschland für sich und ihre Einrichtungen geschaffen hat, um Arbeitsvertragsbedingungen auszuhandeln.

Voderholzer: Dritter Weg schafft bessere Konditionen

Die Arbeitsbedingungen werden nicht durch weltliche Instrumentarien wie Tarifverträge, Streiks und Aussperrung, sondern durch paritätisch besetzte arbeitsrechtliche Kommissionen festgelegt, wie es heißt. "Dieser Dritte Weg hat sogar zu wesentlich besseren Konditionen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geführt", so Voderholzer. So sehe der allgemeinverbindliche Tarif für Pflegehelfer einen Mindestlohn von 11,80 Euro vor. Die Caritas zahle dagegen über 4 Euro mehr pro Stunde, nämlich 15,90 Euro.

"Klatschen genügt nicht"

Den kirchlichen Trägern gehe es nicht um Geschäftsmodelle mit Gewinnmaximierungsabsichten, sondern letztlich um einen evangeliumsgemäßen Umgang mit Menschen. Der Bischof betonte, dass karitative Dienste eine gute und auskömmliche Entlohnung verdienten: "Klatschen genügt nicht. Loben und danken – nur mit Worten – reicht nicht!"

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