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Bildrechte: picture-alliance/dpa/ Stefan Puchner

Um Impfstoff in Illertissen herstellen zu können, braucht das Pharma-Unternehmen R-Pharm eine Genehmigung vom Landratsamt. Und das wird dauern: Denn die Pläne müssen öffentlich ausgelegt werden, dieser Prozess wird mindestens zwei Monate dauern.

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Bis zur Impfstoffproduktion in Illertissen dauert es noch Monate

Um Impfstoff in Illertissen herstellen zu können, braucht das Pharma-Unternehmen R-Pharm eine Genehmigung vom Landratsamt. Und das wird dauern: Denn die Pläne müssen öffentlich ausgelegt werden, dieser Prozess wird mindestens zwei Monate dauern.

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Von
  • Joseph Weidl
  • Roswitha Polaschek

Die russische Pharmafirma "R-Pharm" will in ihrem Werk in Illertissen Impfstoff produzieren – sowohl Astrazeneca als auch der in der EU noch nicht zugelassene Impfstoff "Sputnik V" gelten als Optionen. Doch noch fehlt der Firma eine wichtige Genehmigung, über die das Landratsamt entscheiden muss.

Konkret geht es laut Landratsamt dabei um die "Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung zur Herstellung von Arzneimitteln". Dabei werden die Auswirkungen der Produktion auf Mensch und Umwelt geprüft. Dazu gehören etwa Lärm oder mögliche Luftverunreinigungen.

Landratsamt: R-Pharm muss noch Unterlagen einreichen

Jaquline Makrinius, im Landratsamt Neu-Ulm für Bau und Umwelt zuständig, sagte dem BR im Interview, dass R-Pharm noch fehlende Unterlagen einreichen müsse. Auch wenn versucht werde, das Verfahren so schnell wie möglich abzuschließen und man sich regelmäßig mit Vertretern der Firma und des Gesundheitsministeriums an einem runden Tisch treffe, ist nach dem Eingang der Unterlagen eine Öffentlichkeitsbeteiligung notwendig. Das heißt, dass die Pläne öffentlich ausgelegt werden müssen und aus der Bevölkerung Einwände gegen die Planungen von R-Pharm vorgebracht werden können. Allein dieser Prozess wird mindestens zwei Monate dauern.

Impfstoff Sputnik V hat noch keine EU-Zulassung

Der Freistaat Bayern hat sich bereits 2,5 Millionen Dosen des Impfstoffs "Sputnik V" gesichert und setzt dabei auch auf die Produktion in Illertissen. Jedoch ist für eine Herstellung und Verwendung in Bayern nicht nur die Genehmigung durch die Behörden notwendig, sondern auch die Zulassung des Impfstoffs durch die Europäische Arzneimittelagentur ("EMA"), die ebenfalls noch aussteht.

R-Pharm beschäftigt in Illertissen ca. 350 Menschen

Vergangenes Jahr hatte R-Pharm angekündigt, am Werk in Illertissen Impfstoff produzieren zu wollen. In Illertissen war diese Nachricht positiv aufgenommen worden, rund 350 Arbeitsplätze hängen an dem Unternehmen.

Der Firmenstandort hat in Illertissen eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. In den 1930er-Jahren wurde begonnen, dort aus Bienengift ein Arzneimittel gegen Rheuma herzustellen. In den 1970er-Jahren übernahm die amerikanische Pharmafirma "Pfizer" den Standort. Seit 2014 hat eine Tochter des russischen Pharmaunternehmens "R-Pharm" ihren Sitz in Illertissen.

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