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Bayerischer Bio-Hafer ist ein Verkaufsschlager | BR24

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Weil immer mehr Verbraucher statt Kuhmilch Hafer-Drinks trinken, ist plötzlich Hafer wieder gefragt. Inzwischen ist Bayern der größte deutsche Bio-Haferproduzent. Wir haben in Unterfranken einen Bio-Hafer-Anbauer besucht.

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Bayerischer Bio-Hafer ist ein Verkaufsschlager

Bio-Hafer geht weg wie warme Semmeln. Der Grund: Die große Nachfrage nach Haferdrinks, Hafermüsli, Haferkeksen. Fast alle Einzelhandel- und Drogeriemarktketten haben auf deutschen Hafer umgestellt. Ein gutes Geschäft auch für bayerische Bauern.

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Hafermilch ist das neue Modegetränk der Veganer und deren Zahl steigt kontinuierlich. Davon profitieren bayerische Biobauern. Heuer wird in Bayern auf 24.500 Hektar Bio-Hafer angebaut, ein Zuwachs von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Freistaat ist vor Brandenburg der größte deutsche Bio-Haferproduzent.

Bisher kam Hafer aus Nordeuropa

Das war lange anders. Vor zehn Jahren kam das Getreide aus Skandinavien und dem Baltikum. Aufgrund der langen nordischen Sommertage wuchsen dort dicke, schwere Haferkörner. Mit dieser Qualität und auch mit dem Preis konnten deutsche Landwirte nicht mithalten, der Anbau war unattraktiv.

Landwirte erzielen gute Preise

Bernhard Schreyer ist Verwalter von Gut Obbach, einem Öko-Betrieb mit 245 Hektar Ackerland bei Schweinfurt. Heuer erntet er auf 30 Hektar Hafer, so viel wie noch nie zuvor.

"Wir hatten früher mal Hafer, aber dann lange nicht mehr. Es war einfach nicht attraktiv. Der Preis war zu niedrig. Jetzt lohnt es sich." Bernhard Schreyer

Der Preis für Bio-Hafer liegt bei 300 bis 350 Euro pro Tonne – 20 Prozent mehr als vor drei Jahren.

Kunden wollen regionale Produkte

Weil immer mehr Kunden auch im Supermarkt zum Beispiel bei Hafermilch nach regionaler Herkunft fragen, haben fast alle Einzelhandel- und Drogeriemarktketten auf deutschen Hafer umgestellt. Bernhard Schreyer vermarktet das Getreide über die Erzeugergemeinschaft Naturland Markt AG, bei den Verkaufsverhandlungen für Bio-Hafer sitzen Landwirte, Schälmühlen und Lebensmitteleinzelhandel an einem Tisch.

Hafer-Anbau ist problemlos

Hafer, der im Gegensatz zu anderen Getreidearten keine Ähren, sondern Rispen hat, gilt auf dem Acker als Gesundungsfrucht: Viele Getreideschädlinge vermehren sich nicht im Hafer, das unterbricht die Übertragung von Krankheiten. Hafer lockert die Fruchtfolge auf und benötigt wenig Dünger und im konventionellen Anbau wenig Pflanzenschutzmittel. Biolandwirt Bernhard Schreyer hat heuer auf seinen Flächen im Durchschnitt 38 Dezitonnen Hafer pro Hektar gedroschen.

Für konventionelle Ware fehlen Vermarktungsstrukturen

Im konventionellen Bereich ist Hafer für die Verarbeitung zu Lebensmitteln ebenso gefragt, aber die Schälmühlen sitzen traditionell in Norddeutschland. Es gibt in Bayern keine etablierte Vermarktungsstruktur für die verglichen mit Skandinavien und Norddeutschland kleinstrukturierte Landwirtschaft.

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