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Bio-Bilanz 2020: Landbau wächst langsamer als Nachfrage | BR24

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Ein Mann mit einer Leinen-Einkaufstasche, die mit Obst und Gemüse gefüllt ist.

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    Bio-Bilanz 2020: Landbau wächst langsamer als Nachfrage

    Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ist deutschlandweit im vergangenem Jahr um 22 Prozent gewachsen. Dagegen legte die Biolandbau-Fläche nur um 5,3 Prozent zu. Auf der Weltleitmesse BioFach fordern die Ökoverbände mehr Engagement von der Politik.

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    Von
    • Wolfram Weltzer

    Fast 15 Milliarden Euro gaben die Deutschen im Corona-Jahr für Bio-Lebensmittel und –Getränke aus. Das ist ein Plus von über 2,7 Milliarden Euro. Der Vorsitzende des "Bundes Ökologische Landwirtschaft", Felix Prinz zu Löwenstein, spricht von "einem historischen Bio-Plus, das auf jeden Fall mit Corona zusammenhängt". Die Menschen hätten mehr zuhause gekocht und dabei auf Qualität der Lebensmittel Wert gelegt. Aus den Zahlen, die der BÖLW jährlich zur BioFach vorlegt, geht hervor, dass gut 60 Prozent des Bio-Umsatzes von Supermärkten und Discountern gemacht werden. Dabei war Öko-Fleisch der größte Verkaufshit mit einem Zuwachs von gut 50 Prozent. Bio-Geflügel legte sogar um 70 Prozent zu.

    Öko-Fläche wächst langsamer

    Nicht mithalten mit dem Boom konnte die Umstellung landwirtschaftlicher Betriebe auf Öko-Anbau. Die nach Bio-Richtlinien bewirtschaftete Fläche wuchs um lediglich 5,3 Prozent auf bundesweit 1.680.766 Hektar. In Bayern war das Wachstum mit 3,8 Prozent geringer als im Bundesdurchschnitt. Dieser Trend hatte sich bereits in den Vorjahren abgezeichnet, als das Bio-Wachstum unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg deutlich schneller war als im Freistaat.

    Von politischen Zielen weit entfernt

    In Bayern sind damit derzeit 12,1 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet, bundesweit 10,2 Prozent. Der Freistaat will aber bis zum Jahr 2030 auf 30 Prozent Bio-Fläche kommen. "Um das Ziel zu erreichen, muss nun auch die bayerische Staatsregierung ihr Tempo steigern und konsequent auf Bio umstellen", erklärte der Vorsitzende der Landesvereinigung Ökologischer Landbau in Bayern, Hubert Heigl. Betriebe, Verbraucherinnen und Verbraucher seien bereit für mehr Bio.

    Forderung nach Kurswechsel im Wahljahr 2021

    Weniger ehrgeizige Ziele haben sich die Bundesregierung (20 Prozent Bioanteil) und die EU (25 Prozent) bis zum Jahr 2030 gesetzt. Doch selbst um sie zu erreichen, sei ein Kurswechsel in der Agrarpolitik notwendig, so BÖLW-Chef zu Löwenstein: "Mindestens 70 Prozent der EU-Fördergelder für die Landwirtschaft müssen in freiwillige Umweltleistungen der Bäuerinnen und Bauern investiert werden". Brüssel lasse der deutschen Politik den Freiraum dazu, so Löwenstein an die Adresse von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU).

    Klöckner wird ebenfalls an der virtuellen Messe BioFach teilnehmen, unter anderem im Rahmen eines Kongresses, der sich mit der Rolle der Kommunen im Biosektor beschäftigt. Am Freitag wird sie zu einem virtuellen Messerundgang bei wichtigen Ausstellern erwartet.

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