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Bilanz nach MVG-Streik: Leere U-Bahnhöfe, volle Straßen | BR24

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Bei der U-Bahn in München ging heute zeitweise nichts mehr. Die Fahrgäste reagierten gelassen. Die MVG hatte dagegen wenig Verständnis und verwies darauf, dass man doch in den Verhandlungen mehr bieten würde, als Verdi fordert.

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Bilanz nach MVG-Streik: Leere U-Bahnhöfe, volle Straßen

Bei der U-Bahn in München ging heute zeitweise nichts mehr. Die Fahrgäste reagierten großteils gelassen. Die MVG hatte dagegen wenig Verständnis und verwies darauf, dass man doch in den Verhandlungen mehr bieten würde, als Verdi fordert.

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Die Reaktionen auf den heutigen Warnstreik waren recht unterschiedlich: So blieben die Fahrgäste großteils gelassen. Die MVG bezeichnete die Aktion indes als unverhältnismäßig.

Am Nachmitttag, gegen 14.30 Uhr, war der Warnstreik bei den U-Bahnen, Bussen und Trambahnen in München offiziell beendet. Allerdings hat es bis in die Abendstunden gedauert, bis sich der Verkehr wieder annähernd normalisiert hat. Die S-Bahn war von dem Streik heute nicht betroffen.

Heute früh in München bot sich ein ungewohntes Bild an Bahnsteigen und Haltestellen. Die U-Bahnhöfe verwaist, die S-Bahnen dafür noch voller als sonst, Busse und Trambahnen waren nur wenige unterwegs. Viele waren aufs Fahrrad oder das Auto umgestiegen.

Stillstand bei der U-Bahn

Bei den Münchner U-Bahn-Linien ging heute zeitweise gar nichts. Die MVG hatte sich aus Sicherheitsgründen entschieden, die U-Bahn gar nicht fahren zu lassen, auch wenn nicht alle U-Bahn-Fahrer im Streik waren. Es hätte nicht für einen regelmäßigen Takt gereicht, so ein Sprecher. Und wenn etwa nur alle halbe Stunde eine U-Bahn gefahren wäre, wäre wegen Überfüllung ebenfalls nichts mehr gegangen. Bei den Bussen war auf den meisten Linien mindestens jeder zweite im Einsatz. Die Trambahnen 19 und 20 fahren im 10-Minuten-Takt, die Linie 25 im 20-Minuten-Takt.

MVG-Angestellte fordern Gleichbehandlung

Viele U-Bahn-, Bus- und Trambahnfahrer sind mit ihren Fahrzeugen in der Früh nicht ausgerückt. Zumindest die nicht, die bei der MVG angestellt sind. Fahrer, die schon länger dabei sind, haben nämlich noch einen Vertrag mit den Stadtwerken – und diese zwei Tarifverträge sind Teil des Problems. Die Gewerkschaft Verdi will die Tarifverträge angleichen.

"Ich find's wichtig, dass wir alle mal irgendwann das gleiche Gehalt bekommen. Dass zwei Menschen, die den gleichen Beruf haben, das Gleiche arbeiten, und unterschiedlichen Lohn dafür kriegen, finde ich ungerecht und dafür muss man was tun." Streikende MVG Angestellte

Verdi fordert außerdem 200 Euro mehr Lohn im Monat und eine Laufzeit von 14 Monaten, so Verdi-Verhandlungsführer Franz Schütz.

MVG ist sauer

Bei der MVG dagegen hatte man heute Mittag wenig Verständnis für den Warnstreik – vor allem nicht dafür, dass er gleich zehn Stunden dauern musste. "Wir sind mitten in Verhandlungen, sehen da überhaupt keinen Grund, Arbeitskampfmaßnahmen loszutreten. Unsere Fahrerinnen und Fahrer müssen in München ordentlich leben können, das wissen wir, und das wollen wir auch. Deswegen verstehen wir schlichtweg diese Maßnahme von Verdi an dieser Stelle einfach nicht", sagte Ingo Wortmann, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung. MVG-Personalgeschäftsführer Werner Albrecht sprach von einer "Zumutung" für die Fahrgäste.

Das bessere Angebot für die MVG-Angestellten, das sieht unter anderem 30 Monate Laufzeit vor und 300 Euro mehr Lohn in knapp zwei Jahren.

Gelassene Fahrgäste

Die Fahrgäste, die bis in den Nachmittag komplett auf die U-Bahn verzichten mussten, sind zumindest heute gelassen geblieben:

"Ich hab ne gute Alternative. Ich konnte jetzt radeln, war auch mal gut für die Gesundheit, und jetzt nehme ich die S-Bahn bis Haidhausen."

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"Momentan war's ein bisschen chaotisch, aber okay, ist so, muss man einfach mal den Tag hinnehmen."

Am Mittwoch wird weiter verhandelt. Alle Beteiligten hoffen, dass der Streit dann beigelegt werden kann - und alles wieder im Takt läuft.