BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Rundschau
Bildrechte: BR / Michaela Neukirch

Lockdown und damit auch geschlossene Skigebiete: Vor Beginn des Winters hatten Naturschützer und Bergwacht Sorge, dass es einen Ansturm von Tourengehern geben könnte, wenn die Skilifte ausfallen. Heute zogen Bergretter und Ranger Bilanz.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bilanz der Wintersaison in den bayerischen Alpen

Geschlossene Skigebiete, stillgelegte Lifte – die Wintersaison in den bayerischen Bergen war anders als alle bisherigen. Wie fällt die Bilanz von Bergrettern und Rangern am Ende des Corona-Winters aus?

1
Per Mail sharen
Von
  • Michaela Neukirch

Sehr viele Menschen habe es in diesem Lockdown-Winter in die heimischen Berge gezogen, resümiert Max Löther. Er und seine Kollegen sind jedes Wochenende als Ranger im Naturpark Nagelfluhkette unterwegs, dieses Mal im Steigbachtal bei Immenstadt. Dort lockte das frühlingshafte Wetter am Wochenende schon viele Wanderer nach draußen. Löthers Aufgabe: Die Ausflügler ansprechen und sie auf Schutzgebiete hinweisen.

Sein Fazit nach dem Corona-Winter fällt gemischt aus: "Es war viel los. Also gab es natürlich mehr Probleme als sonst." Im Großen und Ganzen aber sei es ein guter Winter gewesen, so der Ranger. Die meisten Wintersportler seien den Schutzgebieten fern geblieben.

Besucherlenkungs-Konzept Vorbild für ganz Bayern

Weil die Natur den Besucheransturm im Winter also wohl gut überstanden hat, soll das Konzept der Besucherlenkung aus dem Oberallgäu jetzt Vorbild für ganz Bayern werden. Das hat das Bayerische Umweltministerium am Wochenende bekannt gegeben.

Max Löther von den Naturpark-Rangern freut sich über diesen Erfolg: "Naturparks mit besonders hohem Besucherdruck sollen künftig noch Unterstützung bekommen." Das sei auch dringend nötig, betont er, allein schon wegen der Lawinengefahr müssen die Ranger immer zu zweit im Gelände unterwegs sein.

Weniger Einsätze für Bergwacht - aber verstreutere

Mit viel Personal war in diesem Winter auch die Bergwacht im Einsatz. Zwar gab es deutlich weniger Einsätze als in Wintern mit geöffneten Skipisten, dafür aber hatten es die Bergretter mit unterschiedlichsten Einsätzen zu tun, wie Roland Ampenberger von der Bergwacht Bayern in Bad Tölz erklärt.

Käme es normalerweise vor allem dort zu Einsätzen, wo Liftbetrieb stattfindet, so seien die Menschen diesen Winter "eigentlich überall" unterwegs gewesen, so Ampenberger: "Zu Fuß, mit dem Schlitten, natürlich auch mit Skitouren-Skiern oder Schneeschuhen." Nur – so berichtet Ampenberger – das leider nicht immer mit der dafür notwendigen Erfahrung. Manche in Not Geratenen seien "sehr unbedarft" ins winterliche Gebirge aufgebrochen.

Bergwacht appelliert an Wanderer

Doch Befürchtungen, wonach sich viele Menschen im Corona-Winter abseits der Piste verletzen würden, haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. Hinter den Bergrettern und Naturschützern liegt also ein ungewöhnlicher, arbeitsreicher, trotz allem aber guter Winter.

Doch trotz Frühlingsbeginn rät der Bergwachtler Wanderern sich weiterhin für eine winterliche Witterung zu wappnen: "Auch wenn jetzt unten im Tal Sommer ist, am Berg ist es teilweise noch tiefster Winter."

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick - kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!