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Eine U-Bahn steht an der Haltestelle "Hauptbahnhof" am Gleis

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    Bilanz der VAG Nürnberg: Herausforderndes Jahr 2020

    Im ersten Corona-Jahr 2020 ist das Verkehrsaufkommen der VAG erwartungsgemäß eingebrochen. Mit finanzieller Unterstützung des Bundes, der Staatsregierung und der Stadt Nürnberg fällt die Bilanz für das vergangene Jahr jedoch trotzdem moderat aus.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie vermeldete die VAG noch steigende Fahrgastzahlen. Durchschnittlich 233 Fahrten mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln pro Person und Jahr gab es nach Auskunft der VAG im Großraum bis dahin.

    Ticket-Verkaufszahlen um 20 Prozent eingebrochen

    Der ÖPNV-Anteil am Verkehr im Großraum erreichte noch bis zum März 2020 mit 23,3 Prozent den bislang höchsten gemessenen Wert. Gleichzeitig lag der Pkw-Anteil mit 28,6 Prozent auf dem bislang niedrigsten Niveau. Doch dann kam der SARS-Cov-2-Virus und die positive Entwicklung stoppte im März 2020 abrupt.

    Verwöhnt von den kontinuierlich steigenden Zahlen der Vorjahre gab es 2020 einen Einbruch bei der Zahl der Fahrgäste um 20 Prozent: von 152,4 Millionen auf 121,6 Millionen. Tatsächlich dürfte der Rückgang noch höher ausgefallen sein, denn viele Zeitfahrkarten waren zwar bereits gekauft, wurden aber oft nicht mehr genutzt. Die Verkehrserlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr um rund 25 Prozent auf 118,6 Millionen Euro. Während die ÖPNV-Stammkundschaft weit überwiegend ihre Abos nicht kündigte, brachen die Einnahmen bei den Gelegenheitsfahrten größtenteils weg.

    Rettungsschirm half etwas über Einbruch hinweg

    "Der von Bund und Land zur Verfügung gestellte Rettungsschirm konnte dauerhaften wirtschaftlichen Schaden verhindern", schreibt die VAG in einer Mitteilung. "Erstattet wurden finanzielle Schäden durch Fahrgeldausfälle abzüglich coronabedingter Kosteneinsparungen, in Bayern jedoch maximal 90 Prozent.

    "Die VAG erhielt für die Monate bis August 2020 vorläufige Ausgleichszahlungen in Höhe von rund 22 Millionen Euro aus dem ÖPNV-Rettungsschirm." VAG, 08.06.21

    Zahlungen gab es zudem von der Stadt Nürnberg. Sie gewährten der VAG für den Zeitraum September bis Dezember 2020 noch einmal einen Zuschuss in Höhe von fünf Millionen Euro.

    "Wir werden weiterhin Verluste einfahren und entsprechende Unterstützung benötigen, um die Verkehrswende weiter voranbringen zu können." Josef Hasler, VAG-Chef

    Schwache Zahlen für das Bilanzjahr 2020

    Das VAG-Jahresergebnis 2020 lag bei minus 89,5 Millionen Euro und damit um 17 Prozent unter dem Vorjahreswert (minus 76,4 Millionen Euro). Die Investitionen betrugen rund 65,5 Millionen Euro (Vorjahr: 50,0 Millionen Euro).

    Doch es gibt auch Positives: So wurden im August die ersten drei neuen U-Bahn-Fahrzeuge des Typs G1 in den Dienst gestellt. Die letzte von 14 dreiteiligen Straßenbahnen wurde zudem nach grundlegender Modernisierung Mitte des Jahres in Betrieb genommen. Ende 2020 ging die erste runderneuerte vierteilige Straßenbahn wieder auf die Schienen. Außerdem stellte die VAG 19 neue Busse, zwei Elektro-Gelenkbusse und 17 Diesel-Hybrid-Busse in den Dienst.

    Die Zukunft ist elektrisch

    Im Juni 2020 war Spatenstich für den E-Bus-Port am Standort des Busbetriebshofs in Schweinau, der demnächst Lademöglichkeiten für 39 Busse bieten wird. Auch die Flotte der Leihfahrräder hat sich im Jahr 2020 verdreifacht, die Flexzone wurde auf das gesamte Gebiet innerhalb des Rings ausgedehnt. Die Zahl der Ausleihen ist fast auf das Vierfache gestiegen und lag bei rund 450.000 innerhalb der Jahres 2020.

    Insgesamt zeigen sich die ÖPNV-Gäste mit der Leistung des Unternehmens zufrieden. In einer im Sommer durchgeführten Befragung bescheinigten 84 Prozent der Teilnehmer eine gute Leistung. In der Vor-Corona-Befragung waren es noch 76 Prozent.

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