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Bilanz der "Cyberabwehr Bayern": Deutliche Cybercrime-Zunahme | BR24

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In Corona-Zeiten läuft vieles über den Computer zuhause ab: Geschäfte, Konferenzen, Datenverkehr! Ein passender Moment, um nochmal deutlich auf die Gefahren durch Cyber-Kriminelle hinzuweisen.

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Bilanz der "Cyberabwehr Bayern": Deutliche Cybercrime-Zunahme

Mit dem Anstieg der Internetnutzung während des Corona-Lockdowns ist auch die Gefährdung durch Cyberangriffe weiter gestiegen. Minister der ressortübergreifenden "Cyberabwehr Bayern" haben eine erste Bilanz gezogen.

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Von
  • Ute Rauscher

Urkundenfälschung, Verbreitung kinderpornographischer Inhalte, Warenbetrug: Die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik belegen eine deutliche Zunahme der Straftaten im Bereich Cybercrime schon im vergangen Jahr. Doch von Januar bis Mai – vor allem also während des Corona-Lockdowns - gab es eine weitere Steigerung um 14 Prozent. Knapp 13.900 Fälle von Computerkriminalität hat die Polizei in diesen fünf Monaten registriert.

Betrügerische Anrufe

Auch bei der Hotline Cybercrime des bayerischen Landeskriminalamtes meldeten sich hunderte Bürger. Meist berichteten sie von betrügerischen Anrufen oder Emails von vermeintlichen IT-Servicemitarbeitern, berichtet Digitalministerin Judith Gerlach.

Angriffe auf Unternehmen und "Kritische Infrastruktur"

In den meisten Fällen ging es aber um Waren- und Kreditbetrug. Hier verzeichneten die Behörden sogar einen Anstieg um rund 23 Prozent. Der Grund: Onlineshopping erlebte während des Coronalockdowns einen "regelrechten Hype". Besonderes Gefahrenpotential hätten in Bayern aber Angriffe auf Unternehmen entwickelt, bei denen Lösegelder erpresst werden sollten und Angriffe auf sogenannte "kritische Infrastrukturen" wie Krankenhäuser oder Wasserwerke.

Innenminister Joachim Herrmann fordert deshalb, die Strafverfolgungsbehörden mit den, Zitat "richtigen Ermittlungsinstrumenten" auszustatten. Aus diesem Grund setze er sich mit Nachdruck für die Speicherung von IP-Adressen ein. Er halte sie auch unter Datenschutzgründen für absolut akzeptabel.

Forderung nach härteren Strafen für Cyberkriminelle

Unterstützung kommt von Justizminister Georg Eisenreich. Er fordert außerdem härtere Strafen für Cyberkriminelle. Finanzminister Albert Füracker verwies auf den Schutz, den das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik biete, und zwar für das staatliche IT-Netz, für Kommunen und deren Unternehmen.

Einen Haken gibt es allerdings: Viele Cyberangriffe kommen aus dem Ausland. Auf diese Täter haben die Behörden hierzulande keinen Zugriff. Eines immerhin versprach der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz Burkhard Körner: Die Angriffe würden zusammen mit der "Cyberabwehr Bayern" so analysiert, dass sie frühzeitig erkannt und entsprechend gewarnt werde.

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