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Bierpreis, Bodycam und Blasmusik: Das Gäubodenvolksfest beginnt | BR24

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Nach dem großen Trachtenumzug beginnt heute nachmittag in Straubing Bayerns drittgrößtes Volksfest - das Gäubodenfest.

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Bierpreis, Bodycam und Blasmusik: Das Gäubodenvolksfest beginnt

Straubing hat sich herausgeputzt für den Wahnsinn, der elf Tage auf die Gäubodenstadt wartet: Das Gäubodenfest, das zweitgrößte Volksfest Alt-Bayerns, beginnt. Zum ersten Mal mit Bodycams, einem historisch hohen Bierpreis und mehr als 100 Musikacts.

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Seit Wochen gibt es in der niederbayerischen Gäubodenstadt vor allem ein Thema: das Volksfest. Die Straubinger testen, ob Dirndl und Trachtenhemd noch passen, sie diskutieren den Bierpreis, und vereinbaren Bierzelt-Termine mit Freunden. Vom 9. bis 19. August wird gefeiert. Arbeiten fällt schwer, denn in diesen elf Tagen steigt die Einwohnerzahl Straubings um das Dreißigfache an. Das bedeutet: verstopfte Straßen, volle Hotels und kein Taxi zu bekommen. Dieses Jahr werden auf dem Straubinger Gäubodenfest 1,4 Millionen Besucher erwartet.

Startschuss Volksfestauszug

Startschuss zur fünften Straubinger Jahreszeit ist der traditionelle Volksfestauszug am Freitagnachmittag. Er führt einmal quer durch die Stadt zur Festwiese am Hagen und wer zu spät dran ist, kommt mit dem Auto, dem Rad oder auch zu Fuß nicht mehr auf die andere Seite.

© Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH

Streckenplan des Volksfestauszuges in der Stadt Straubinger

Die Stadt Straubing empfiehlt daher von 16.00 bis 20.00 Uhr eine "großräumige Umfahrung" der Innenstadt. Aufstellung des Zuges ist rund um die Landshuter Straße. Über 3.500 Mitwirkende bewegen sich dann über den Jahnplatz, die Bahnhofstraße, den Stadtgraben, das Ludwigstor, den Straubinger Stadtplatz und über den Kinseher Berg runter auf den Hagen. Viele Familien und Freunde haben entlang des Auszuges jedes Jahr ihre Stammplätze - es gibt aber auch bezahlbare Tribünenplätze auf dem Stadtplatz, von denen aus die mehr als 80 Musik- und Trachtengruppen, Festwägen, Pferdegespanne und Bierwägen im Sitzen bestaunt werden können.

© Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH

Eins der vielen Pferdegespanne auf dem traditionellen Auszug zum Straubinger Gäubodenfest

Manfred Weber eröffnet das Fest offiziell

Natürlich wird am Freitag Abend schon gefeiert. Die offizielle Eröffnung findet aber jedes Jahr mit Politikern und Stadtverantwortlichen am ersten Volksfest-Samstag um 10.00 Uhr in einem der Bierzelte statt. In diesem Jahr wird der Europaabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der EVP (Europäische Volkspartei), Manfred Weber (CSU), das Gäubodenvolksfest und die Ostbayernschau im Festzelt Nothaft eröffnen.

Ostbayernschau: Eintritt frei

Die Ostbayernschau öffnet am Samstag ihre Pforten. Mit 60.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und 750 Ausstellern ist sie die größte Verbraucherausstellung im ostbayerischen Raum und zieht Besucher auch aus der Ferne an. Der Eintritt zu der teils in Hallen, teils im Freien gelegenen Gewerbeschau ist frei.

Wie die Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH mitteilt, reicht das Spektrum der Warengruppen vom edlen Kaschmirschal bis hin zum 250.000 Euro teuren Mega-Traktor. Als besondere Stärke der Ostbayernschau würden Verbraucher gerade in Zeiten des Online-Shoppings das persönliche Gespräch mit dem Verkäufer schätzen, heißt es. Die Ostbayernschau ist täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Blasmusik und Beats - mehr als 100 Live-Musikacts

Sehen lassen kann sich auch das Live-Musikangebot während des Fests: Rund 40 Blaskapellen und 50 Party- und Showbands treten in den sieben Bierzelten während der zehn Tage auf. Wie die Stadt mitteilt, bewegt sich der Stilmix zwischen handgemachter Volksmusik über Jazz-, Reggae- bis hin zu Pop- und Rockmusik.

Ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum feiern dieses Jahr die Straubinger Volksfestmusikanten. Sie alle sind ausgebildete Berufsmusiker, die aus Niederbayern stammen und bei großen Orchestern, wie dem Münchner Rundfunkorchester, spielen. In ihrem Urlaub treffen sie zusammen und spielen am 11. August im Festzelt Wenisch für das Publikum.

© Fotowerbung Bernhard

Eine der bekanntesten Kapellen auf dem Straubinger Fest: die Kapelle Josef Menzl (hier im Festzelt Weckmann)

Zahlreiche "Nebenschauplätze"

Neben dem rund 100.000 Quadratmeter großen Festplatz mit seinen sieben Bierzelten und 130 Fahrgeschäften und Ständen wird es auch einige Veranstaltungen außerhalb des Geländes geben. Zum Beispiel die beliebte Lampionfahrt auf der Donau (Montag, 12. August) oder den Gäubodenvolksfest-Cup (Freitag, 16. August und Sonntag, 18. August) im Eisstadion, bei dem sich die Eishockeymannschaften aus Straubing, Ingolstadt, Nürnberg und Wolfsburg dieses Jahr gegenüber stehen werden.

Auch auf dem Festplatz gibt es für viele Volksfest-Fans bestimmte Veranstaltungen, die sie in keinem Jahr verpassen dürfen. Zum Beispiel das Blasmusik-Standkonzert der sieben Festkapellen (Sonntag, 11.8.), ein Besuch der Single-Couch (täglich) oder das abschließende Prachtfeuerwerk (Montag, 19. August).

Das ausführliche Programm finden Sie HIER.

Bierpreis - so hoch wie noch nie

Wie schon von 2017 auf 2018 ist der Bierpreis auf dem Straubinger Gäubodenfest in diesem Jahr um satte 30 Cent pro Mass Bier im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Wie die Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH bereits Ende April mitgeteilt hat, kostet ein Liter Bier auf Bayerns zweitgrößtem Volksfest dieses Jahr bis zu 9,75 Euro. So teuer war die Mass noch nie. Im vergangenen Jahr mussten Volksfestbesucher maximal 9,45 Euro für eine Mass ausgeben.

In den sieben Bierzelten finden über 27.000 Menschen einen Sitzplatz. Vierzig Prozent der Sitzplätze dürfen nicht vorab reserviert werden, damit auch spontane Besucher noch einen Platz bekommen.

© picture-alliance/dpa/Armin Weigel

Bedienung trägt zwölf Masskrüge im Bierzelt zu den Besuchern

Neues und Altbewährtes bei der Polizei

Die Polizei wird dieses Jahr mit Bodycams ausgestattet sein. Eine "sichtbare Neuerung", teilt die Polizei mit, denn die Bodycams werden vorne, auf Brusthöhe an der Uniform befestigt sein und tragen die Farbe "signalgelb". Ziel der Kameras sei in erster Linie der Schutz der Beamten, heißt es - stehen sie doch laut Statistik vermehrt gewalttätigen Angreifern gegenüber. Aufnahmen mit den Bodycams würden aber nur im konkreten Einzelfall gemacht, teilt die Polizei weiter mit. Die Beamtinnen und Beamten seien dazu extra geschult worden - die erste Bewährungsprobe für Mensch und Bodycam auf dem Volksfest.

© BR/Harald Mitterer

Polizeiuniformen mit signalgelben Bodycams

Die bewährte Videoüberwachung bleibt unverändert. 15 Kameras werden nach Einwilligung des Bayerischen Innenministeriums "zur Aufklärung von Straftaten und zur Verhinderung von Sicherheitsstörungen" beitragen, so die Polizei. Auf dem Hagen, dem Festgelände, wird von 19.00 bis 1.00 Uhr durchgehend gefilmt. In der Innenstadt laufen die Kameras von 22.00 bis 6.00 Uhr.

Des Weiteren wird es wieder sporadische Taschen- und Rucksackkontrollen geben. Die Polizei spricht von "Null-Toleranz" gegenüber Waffen, Gassprühdosen oder anderer verbotener Gegenstände. "Sogenannte ´Hirschfänger` werden in Verbindung mit der bayerischen Tracht als Brauchtum toleriert", heißt es.

© Polizei Straubing

Berittene Polizei auf dem Volksfestauszug zur Festwiese in Straubing

Die Anfänge als Landwirtschafts-Fest

Die Wurzeln des Gäubodenfests gehen ins Jahr 1812 zurück. König Maximilian I. Joseph hatte es damals per Dekret ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt standen landwirtschaftliche Themen und ein Pferderennen. Weil es zunächst nicht jährlich stattfand, gibt es das Fest zwar seit 208 Jahren, 2019 findet es allerdings zum 108. Mal statt. Seit 1949 heißt es "Gäubodenvolksfest" und existiert in der heute bekannten Struktur mit Vergnügungspark und Verbraucherausstellung.