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Bienenschutz: Wie Imker und Bauern zusammenarbeiten | BR24

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Beim Wettbewerb "Landwirt.Imker.Miteinander" zeichnet das Landwirtschaftsministerium besonders gelungene Partnerschaften von Imkern und Bauern aus. Auch schwäbische Imkervereine können sich freuen.

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Bienenschutz: Wie Imker und Bauern zusammenarbeiten

Landwirte wollen gute Ernteerträge - da können Blühpflanzen stören. Imker brauchen aber Blüten für ihre Bienen. Und doch arbeiten manche Bauern und Imker zusammen - auch in Schwaben. Die Staatsregierung hat solche Projekte jetzt ausgezeichnet.

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In Holzheim im Landkreis Dillingen funktioniert die Zusammenarbeit von Imkern und Bauern gut: Hier haben sich beide Gruppen zusammengetan, und auch andere Akteure machen mit: Gartenbauverein, Gewerbetreibende, Gemeinde , Forstwirtschaft - alle ziehen an einem Strang. So wurden Streuobstwiesen, Blühflächen und Blühstreifen angelegt. Außerdem setzt das Projekt auf alternative Biogas-Pflanzen. Das Ziel ist es, möglichst viele Bienenweiden zu schaffen - ganz im Sinne des Insektenschutzes.

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Imker und Landwirte haben oft nicht das beste Verhältnis: Die Bauern wollen auf ihren Äckern Erträge erzielen, Blühpflanzen stören da eher. Die aber brauchen die Imker für ihre Bienen. Dass es aber zusammen geht, beweisen sogar Christbaumerzeuger.

Imker aus Holzheim bei landesweitem Wettbewerb auf drittem Platz

Das bayerische Landwirtschaftsministerium hat diese Initiative jetzt im Rahmen des Wettbewerbs "Landwirt.Imker.Miteinander" ausgezeichnet. Die Imker aus Holzheim haben den mit 2.000 Euro dotierten dritten Platz bekommen. Wer mehr über Artenvielfalt und Bienen erfahren will, kann die nordschwäbischen Imker besuchen. Sie geben ihr Wissen gerne bei Ortsbegehungen weiter.

Auch Imker-Projekt im Kreis Aichach-Friedberg wird gelobt

Auch die Initiatoren des Projekts "Blühende Christbaumkulturen" auf Gut Mergenthau bei Kissing im Landkreis Aichach-Friedberg können sich freuen. Sie werden zwar nicht formal ausgezeichnet, aber ausdrücklich gelobt. Auf dem Gut arbeitet der Betreiber einer Bio-Christbaumkultur mit zwei Bio-Imkereien aus dem Landkreis zusammen.

Bienen und Hummeln zwischen Nordmann-Tannen

Zwischen kleinen Nordmann-Tannen wachsen hier üppig Gräser und Blühpflanzen. Es summt und brummt, Bienen produzieren aromatischen Honig. Auch Hummeln und eine Reihe Schmetterlinge tummeln sich zwischen den bunten Blüten. Sie alle finden hier reichlich Nahrung.

Miteinander von Bäumen und anderen Pflanzen vorteilhaft

Ulrich Resele und Monika Fottner erzeugen hier, nicht weit von Augsburg entfernt, auf 10 Hektar Bio-Christbäume. Die Landwirte haben einfach ausprobiert, auch andere Pflanzen zwischen ihren Bäumen wachsen zu lassen - mit Erfolg, denn die Bäume scheinen von dieser Durchmischung zu profitieren. Die Untersaaten aus Leguminosen wie Klee, Phacelia und Lupinen binden Stickstoff und liefern so natürlichen Dünger für die Tannen.

Insekten schützen Bäume vor Pilzkrankheiten

Ein weiterer Vorteil: Die Bienen und Insekten, die hier Nahrung finden, helfen auf natürliche Weise, die Bäume zu schützen: etwa vor Pilzkrankheiten. Resele nennt den Rußtaupilz als Beispiel. Dieser könne entstehen, wenn sich Läuse an einer Pflanze festsaugen und ein Zuckersekret abgeben. "Das nehmen die Bienen gerne auf", sagt der Landwirt, "genau wie Ameisen oder andere Insekten." So hat der Pilz keine Nahrung mehr, und die Christbäume bleiben auf natürliche Weise gesund.

Schafe statt Rasenmäher

Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel sind im Öko-Landbau ohnehin verboten. Und statt Rasenmäher kommen Schafe zum Einsatz. So greift hier eins ins andere, und die Bäume gedeihen. Auf Gut Mergenthau werden die Bio-Christbäume ab dem ersten Advent verkauft – und heuer gibt es den ersten Bio-Christbaum-Honig dazu.

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