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Bienenhype und die Folgen: Falsche Haltung macht Tiere aggressiv | BR24

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In Gonnersdorf bei Regensburg plagt ein stechfreudiges Bienenvolk die Nachbarn. Eigentlich passiert das nur, wenn die Haltung nicht korrekt ist.

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Bienenhype und die Folgen: Falsche Haltung macht Tiere aggressiv

In Gonnersdorf bei Regensburg plagt ein stechfreudiges Bienenvolk die Nachbarn. Eigentlich passiert das nur, wenn die Haltung nicht korrekt ist. Das ist immer öfter der Fall, weil das Volksbegehren "Rettet die Bienen" einen Imkerboom ausgelöst hat.

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Spätestens seit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" gilt die Biene bei uns - denn sie sorgt ja für die Bestäubung der Pflanzen - als Inbegriff des Schützenswerten. Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" hat einen Imkerboom ausgelöst. Das hat Schattenseiten, weil nicht alle Imker genügend Zeit und Erfahrung für ihre Bienen haben. Es kommt immer häufiger vor, dass sie falsch gehalten werden. Die Folge: Die eigentlich friedlichen, nützlichen Tiere werden aggressiv - mit unangenehmen Folgen.

In Gonnersdorf bei Wenzenbach im Landkreis Regensburg leiden Anwohner unter dem Bienenvolk eines Nachbarn. Die Tiere fliegen vom Grundstück ihres Besitzers in die Gärten und stechen gnadenlos zu:

"Wir werden seit kurz vor Ostern von Bienen attackiert, und zwar richtig verfolgt. Ich hab nichts gegen Bienen, damit da kein falscher Eindruck einsteht. Aber wir können uns nicht mehr im Freien aufhalten." Anwohnerin in Gonnersdorf

Die Bienen hätten sie bislang zweimal ins Gesicht gestochen, berichtet die Frau dem BR. Auch ihren Mann hätten die Bienen zweimal erwischt, er reagiere allergisch und habe sich schlecht gefühlt. Eine weitere Nachbarin des Imker-Grundstücks nennt die Situation eine "totale Katastrophe" - und das sei noch untertrieben. "Wenn man bloß aus der Haustüre rausgeht, dauert es keine zwei Minuten, dann sind die ersten Bienen schon da."

"Man arbeitet im Garten, auf einmal summen die in einem Tempo an einen hin und attackieren einen. Dann hilft nur noch rennen. Mein Sohn traut sich nicht mehr raus zu gehen, meine Tochter nicht. Freunde können wir nicht mehr einladen." Nachbarin des Imkers

Experte sieht falsche Haltung als Grund

Die Nachbarn haben inzwischen einen erfahrenen Imker eingeschaltet, Josef Basel-Zeilinger. Er sagte dem BR, die Bienen würden nicht artgerecht gehalten und seien deshalb aggressiv.

In ihrer Not haben sich die Betroffenen an die Behörden gewandt. Der Fall werde jetzt vom Landratsamt bzw. der Unteren Naturschutzbehörde geprüft, erklärte Wenzenbachs Bürgermeister Sebastian Koch. Der SPD-Politiker ist allerdings wenig hoffnungsvoll, dass der Imker einlenkt und sich eine andere Lösung für seine Bienenstöcke einfallen lässt:

"Der Bürger hat früher schon mal Hasen gezüchtet, und auch da gab's Probleme, weil tote Hasen einfach auf dem Grundstück liegen gelassen wurden. Wir waren mit dem Bürger auch schon mal vor Gericht. Also ich meine, da kann man sich nicht darauf verlassen, dass der einfach einsichtig wird." Bürgermeister Sebastian Koch

Der Imker, von dessen Grundstück aus die Bienen zu den beiden Gonnersdorfer Familien starten, war trotz mehrfacher Nachfrage des BR für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.