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Schottergärten - bei Neubauten in Peißenberg in Zukunft verboten

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"Bienen first": Peißenberg verbietet künftig Schottergärten

Nach Erlangen jetzt auch Peißenberg: Die oberbayerische Marktgemeinde verbietet bei Neu- und Umbauten künftig die Anlage von Stein– und Schottergärten. Begründung: Diese Gärten seien nicht bienenfreundlich. SPD, FW und Grüne setzten sich knapp durch.

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Von
  • Lui Knoll

Der Markt Peißenberg wird bei Neu- und Umbauten in Zukunft Stein– und Schottergärten verbieten. Das hat der Marktgemeinderat mit einer Stimme Mehrheit beschlossen. Peißenberg ist damit nach Erlangen die zweite Kommune in Bayern, die eine solche Freiflächengestaltungssatzung in die Baubestimmungen aufnimmt.

Etikett "bienenfreundliche Gemeinde" in Gefahr?

Mit 13:12 Stimmen hat der Marktgemeinderat die neue Satzung verabschiedet. Die Grünen hatten den Antrag eingebracht und wurden von der SPD und den Freien Wählern unterstützt. Sie argumentierten mit der Nachhaltigkeit von Neu– und Umbauten und Peißenbergs Naturschutzzielen mit dem Etikett "bienenfreundliche Gemeinde".

Bürgermeister: Neue Satzung unnötig

Peißenbergs Bürgermeister Frank Zellner von der CSU sagte dem BR, nach seiner Beobachtung gäbe es keine Zunahme von Stein- oder Schotter-Gärten in seiner Gemeinde. Deshalb hatte er die Freiflächengestaltungssatzung nicht für notwendig erachtet. Er vertraue auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger, sagte er im Interview.

Satzung gilt auch ohne Bebauungsplan

Für die Einhaltung der Satzung ist jetzt die Bauaufsicht im Landratsamt Weilheim zuständig. Über dieses Gemeindegesetz hat die Gemeinde jetzt auch Einfluss auf die Gestaltung von Freiflächen in Ortsteilen, für die es noch keinen Bebauungsplan gibt, wenn zum Beispiel jemand sein Anwesen umbaut. Für neue Baugebiete mit gültigem Bebauungsplan gibt es bereits umfangreiche Vorgaben für die Bauwerber für die Gestaltung ihrer Grünflächen und Außenanlagen.

Auch in anderen bayerischen Kommunen laufen entsprechende Anträge für örtliche Satzungen – für den Arten- und Umweltschutz und gegen die Versiegelung von Flächen.

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Die Stadt Erlangen hat ein Verbot für geschotterte Steingärten erlassen. Davon betroffen sind Neu- und Umbauten. Alle Appelle an Bauherren, freiwillig auf die "Steinwüsten" zu verzichten, hätten nichts gebracht, so der Baureferent der Stadt.

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