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Biberbach streitet um Bebauung unterhalb des Fuggerschlosses | BR24

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Die Burg Markt in Biberbach im Landkreis Augsburg ist ein Fuggerschloss aus dem 14. Jahrhundert. Hoch thront sie auf ihrem Hügel und schaut auf die Stadt herunter. Und dort gibt's gerade Zoff. Denn unterhalb der Burg soll gebaut werden

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Biberbach streitet um Bebauung unterhalb des Fuggerschlosses

Es ist das Wahrzeichen von Biberbach: Die Burg Markt, auch "Fuggerschloss" genannt, thront über dem Ort. Jetzt soll der Burgberg unterhalb bebaut werden – gegen heftigen Widerstand.

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Von
  • Thomas Pösl
  • Anna Klein

Schon von weitem ist das historische Gemäuer über den Dächern von Biberbach sichtbar. Die Burg liegt oberhalb des Biberbacher Ortsteils Markt, der ihr auch ihren Namen gab: Die Burg Markt, die auch "Fuggerschloss" genannt wird, stammt aus dem 14. Jahrhundert. Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes gehört der Blick auf das Bauwerk zum Alltag und das häufig seit Kindertagen.

Widerstand gegen Bebauungspläne

Genau deshalb regt sich nun auch Widerstand in Biberbach. Denn laut Plan des Gemeinderates könnte der Burgberg unterhalb der Burg bald bebaut werden: Das bestätigt Bürgermeister Wolfgang Jarasch von den Freien Wählern. Er spricht von einer landwirtschaftlichen Halle und Wohngebäuden. Laut Jarasch bleibe die Burg jedoch weiterhin zu sehen.

Denkmalschutz und Baurecht

Der Bürgermeister sieht das Bauvorhaben unkritisch: "Es ist ja nicht so, dass die Burg alleine dasteht und jetzt kommt auf einmal etwas, das die Burg verdeckt." Aus Sicht des Denkmalschutzes sei die Bebauung ebenfalls genehmigungsfähig. Schließlich stünden in unmittelbarer Nachbarschaft auch schon Wohnhäuser auf gleicher Höhe, wie die geplante Bebauung.

Jarasch sieht in dem Bauantrag sogar einen Vorteil für die Gemeinde: Aus Sicht des Baurechts könne die Kommune nun aktiv mitentscheiden, wie die Bebauung am Fuß des Berges aussieht. "Ich will was gestalten", so Jarasch, "und deswegen möchte ich das Recht in Anspruch nehmen, dass wir als Gemeinde gestalten was, wo, wie kommt." Der Gemeinderat steht einer Bebauung mit einer knappen Mehrheit positiv gegenüber.

Gehört der Burgberg zum historischen Gesamtbild?

Doch das sehen längst nicht alle Menschen in Biberbach so. Eine Gruppe von rund 20 Anwohnerinnen und Anwohnern stellt sich öffentlich gegen die Bebauungspläne. Einer von ihnen ist Altbürgermeister Alois Pfaffenzeller. Für ihn gehört der Blick auf den Burgberg mit zum historischen Wert des Bauwerks: "Der Gesamteindruck ist für mich enorm gestört, wenn vorne eine Häuserreihe die Hälfte des Burgberges verdeckt."

Weil sie sich unverstanden und übergangen fühlen, haben die Biberbacher jetzt Widerspruch gegen die Pläne eingelegt. Der wird im nächsten Schritt des planungsrechtlichen Verfahrens behandelt, der sogenannten "öffentlichen Abwägung".

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