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Teichwirte und Biber haben keine Traumbeziehung. Häufig buddeln sich Biber in Dämme der Fischteiche und machen sie instabil. Unterstützung oder Entschädigungen aus dem Biberschadensfond stehen den Teichwirten bislang nicht zu.

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Biber macht Obervolkacher Teichbetrieb zu schaffen

Der Biber ist zwar kein Fischfresser. Großen Schaden kann er in einem Fischzuchtbetrieb trotzdem anrichten. Im Teichbetrieb Gerstner aus Obervolkach im Landkreis Kitzingen hat er viele Dämme so stark unterhöhlt, dass Einsturzgefahr besteht.

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Von
  • Achim Winkelmann

Mehrere Biberfamilien haben im Teichbetrieb Gerstner aus Obervolkach im Landkreis Kitzingen ganze Arbeit geleistet. Die großen Nager haben viele Dämme an den Gerstner-Teichen so stark unterhöhlt, dass Einsturzgefahr besteht. Mit schweren Maschinen sind die Dämme nicht mehr befahrbar. Sie müssen aufwendig saniert werden.

Eigentümer haften bei Überschwemmungen

Als Eigentümer haften die Teichwirte, wenn es zu einer Überschwemmung kommt. Zwar dürfen sie Biber mit einer speziellen Genehmigung abschießen, allerdings ohne Nachtsichtgerät. Nur damit könne man den nachtaktiven Tieren aber auf den Pelz zu rücken, sagt Chefin Michaela Gerstner. Derzeit sind die Teiche abgelassen, so dass die Schäden gut sichtbar sind, die sich sonst unter der Wasseroberfläche befinden.

Kein Geld aus dem Biberfonds

Michaela Gerstner betont, dass ihr eine naturnahe Teichwirtschaft am Herzen liege. Dazu gehöre auch der Schutz von seltenen Amphibien und Wasservögeln. Der Biber verursache aber große Schäden und nehme zahlenmäßig jedes Jahr weiter zu. Eine Entschädigung aus dem Biberfonds, den zum Beispiel Bauern für vernichtete Zuckerrüben erhalten, bekommt die Fischwirtin nicht. Auch eine Umzäunung der Teiche sei nicht möglich. Und jeden Damm mit schweren Steinen zu schützen, wäre extrem kostspielig.

Tiere entnehmen hilft wenig

Klaus Petter, der Biberfachberater im Landkreis Kitzingen, kann den Ärger der Teichwirtin verstehen. Die Gefahr einer Überflutung, sagt er, sei bei einem Dammbruch extrem hoch. Eine Verstärkung mit Steinen müsse auch durch Gelder der Regierung von Unterfranken gefördert werden. Biber abzuschießen oder zu entnehmen ist laut Petter zwar als letzte Möglichkeit denkbar, seiner Ansicht nach aber wenig sinnvoll. Werde ein Biber entnommen, dann rücke kurze später ein Revier-Nachfolger nach, so der Naturschützer.

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Bildrechte: Achim Winkelmann/BR-Mainfranken

Der Biber ist zwar kein Fischfresser. Großen Schaden kann er in einem Fischzuchtbetrieb trotzdem anrichten. Im Teichbetrieb Gerstner aus Obervolkach im Landkreis Kitzingen hat er viele Dämme so stark unterhöhlt, dass Einsturzgefahr besteht.

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