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Biber für mehr Biodiversität und Hochwasserschutz | BR24

© picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Symbolbild: Biber

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    Biber für mehr Biodiversität und Hochwasserschutz

    Den Anglern ist der Biber ein Dorn im Auge, die Naturschützer sagen aber, er sei wichtig für das Ökosystem und den Hochwasserschutz. Das haben die Mitglieder des Bund Naturschutz heute bei einem Termin in Neuhütten im Landkreis Main-Spessart betont.

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    Die ökologische Bedeutung des Bibers haben heute bei einem Ortstermin Vorstandsvorsitzende vom Bund Naturschutz von der Kreis- bis zur Landesebene im Naturschutzgebiet Spessartwiesen betont. Einheimische Angler sehen die Biber eher kritisch.

    Doch: Der Ökobaumeister Biber sei der Motor für die Biodiversität und den naturnahen Hochwasserschutz - staatliche Ziele, die ohne das segensreiche Wirken der Nager in Feuchtlebensräumen nicht zu verwirklichen sind, bekräftigt der Bibermanager für Nordbayern, Horst Schwemmer. Keine zweite Tierart schaffe an Gewässern und in Auen anderen Pflanzen und Tierarten so viel Lebensraum. Vom Biber angelegte Feuchtgebiete seien wesentlich artenreicher und kostengünstiger als jedes vom Menschen angelegte Biotop.

    Totes Holz bietet vielen Tieren neuen Lebensraum

    Durch das Totholz entstand Lebensraum für Käfer, Pilze und Höhlenbrüter. Im Kalten Grund sind imposante Wasserflächen für Amphibien und Libellen entstanden, Sumpfschrecken leben in den Feuchtwiesen und zwei Schwarzstörche sind direkt bei der Nahrungssuche am Biberdammn gefilmt worden.

    Entgegen der Meinung einiger örtlicher Fischer sind derlei komplexe Feuchtlebensräume eine wesentliche Bereicherung für die einheimische Fauna und Flora, auch für die Fische, so die Naturschützer. Durch Totholz im Wasser haben Fische zusätzliche Laichplätze, Verstecke und mehr Nahrung. An Biberburgen wurde eine gegenüber dem restlichen Gewässer 80-fach erhöhte Fischdichte festgestellt.

    Biberbauten verbessern die Reinigung des Wassers

    Biberbauten sind auch aus wasserwirtschaftlicher Sicht wertvoll: Sie schaffen zusätzlichen Rückhalteraum bei Hochwassern und verbessern die Selbstreinigungskraft und Wasserqualität. Der Bund Naturschutz fordert unter anderem ungenutzte Pufferstreifen an allen Fließgewässern, die umfassende Renaturierung von Talauen und mittelfristig die Aufstockung des Biberfonds auf rund 800.000 Euro.

    Schützenswerte Bereiche haben sich vergrößert

    Die Spessartwiesen sind in den Landkreisen Aschaffenburg und Main-Spessart als Naturschutzgebiet ausgewiesen und zählen mit 343 Hektar zu den größten Schutzgebieten. Durch das Wirken des Bibers haben sich die Anteile der schützenswerten Biotoptype zugunsten der Nasswiesen und Hochstaudenfluren verschoben. Am Lohrbach haben sich laut Bibermanager Schwemmer tolle Bereiche gebildet und neue Wasserwege sind entstanden.

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