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Mit 40 Millionen Euro fördert das Bayerische Umweltministerium Pilotprojekte zur Bewässerung. Nun wurde bekannt gegeben, wer die Gelder bekommt: Ausgewählt wurden drei unterfränkische Projekte rund um Weinbau und ein Projekt in Mittelfranken.

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Bewässerung: Alle geförderten Pilot-Projekte gehen nach Franken

Mit 40 Millionen Euro fördert das Bayerische Umweltministerium Pilotprojekte zur Bewässerung. Nun wurde bekannt gegeben, wer die Gelder bekommt: Ausgewählt wurden drei unterfränkische Projekte rund um Weinbau und ein Projekt in Mittelfranken.

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Von
  • Jürgen Gläser
  • Julia Dechet
  • BR24 Redaktion

Seit Herbst 2020 warten Winzer, Gemüse- und Hofpenanbauer in ganz Bayern auf eine Entscheidung im bayerischen Umweltministerium. Es geht um vier Pilotprojekte für nachhaltige, umweltgerechte, landwirtschaftliche Bewässerung der Zukunft. Nun hat das Umweltministerium mitgeteilt, wer den Zuschlag erhalten hat: Vier Pilotprojekte wurden benannt und sie liegen alle in Franken.

Insgesamt 40 Millionen Euro Förderung

Es geht um insgesamt 40 Millionen Euro, wobei jedes der vier Projekte mit maximal zehn Millionen Euro vom Freistaat gefördert wird. In Unterfranken können sich nun die Winzer in den Weinbauorten Iphofen, Nordheim und in Oberschwarzach freuen. Ihre Anträge für Förderung im Rahmen der Pilotprojekte wurden bewilligt. In Mittelfranken gehen die Fördergelder in die Region rund um Spalt und Abenberg, wo Hopfen und Kirschen angebaut werden.

Wasser für unterfränkische Weinberge aus dem Mainkanal

Für Iphofen im Landkreis Kitzingen soll im Winter Wasser aus dem Main bei Kitzingen über eine 7,2 Kilometer lange Pipeline zu einem Speichersee gepumpt werden, der 195.000 Kubikmeter Fassungsvolumen hat. Damit könnten im Sommer über Tröpfchen-Bewässerungsanlagen die 262 Hektar Rebfläche von Iphofen mit Wasser versorgt werden. Geschätzte Gesamtkosten: etwa 17 Millionen Euro.

Im Landkreis Kitzingen freut man sich auch im Winzerort Nordheim. Der Nachbarort Sommerach hat bereits für 230 Hektar Rebfläche ein Bewässerungssystem. Dort wird Wasser aus dem Mainkanal gepumpt. Nordheim würde sich über eine 400 Meter lange Leitung an dieses System anschließen, um seine 385 Hektar Weinberge auch bewässern zu können.

Nordheim und Sommerach: 370.000 Kubikmeter Wasserbedarf

Der jährliche Wasserbedarf soll aus dem Mainkanal vor allem im Winter und bei Hochwasser entnommen werden. Dazu sollen zwei Speicherseen angelegt werden – einer direkt an der Mainentnahmestelle in Sommerach, der zweite auf dem höchsten Punkt der Nordheimer Weinberge am sogenannten Kreuzberg. Der jährliche Bewässerungsbedarf für Nordheim und Sommerach wird auf 370.000 Kubikmeter geschätzt. Die veranschlagten Projektkosten belaufen sich auf etwa 14 Millionen Euro.

Wasserspeicher in Oberschwarzach

In Oberschwarzach im Landkreis Schweinfurt soll Oberflächenwasser bei Starkregen und Wasser aus den vorhandenen kleinen Bächen in abflussstarken Zeiten gespeichert werden. Zum einen mit Hilfe eines naturnahen Speicherteichs im Tal, zum anderen mit einem technischen Speicherbecken an den Weinberglagen mit einem gesamten Speichervolumen von 38.500 Kubikmetern.

Im Ortsteil Handthal soll der Wasserbedarf für 44 Hektar Weinbergfläche über die Entnahme von Wasser aus dem Handthaler Bach und Überlaufwasser aus der Stollbergquelle gedeckt werden. Auch dort sollen Speicher- und Rückhaltebecken mit einem Speichervolumen von 31.000 Kubikmetern gebaut werden.

Teil drei des Pilotprojektes betrifft den Ortsteil Wiebelsberg. Dort soll ebenfalls Regenwasser in zwei Speicherbecken gesammelt werden. Die veranschlagten Projektkosten für Oberschwarzach, Handthal und Wiebelsberg belaufen sich auf etwa 23 Millionen Euro.

Mittelfranken: Hopfen und Kirschen nachhaltig bewässern

Das vierte vom Freistaat geförderte Pilotprojekt liegt im mittelfränkischen Spalter Hügelland. Dort geht es um nachhaltige Bewässerung für Hopfen und Kirschen. Das Projekt erstreckt sich über 15 Kilometer Länge in den Gebieten der Städte Spalt und Abenberg sowie den Gemeinden Absberg, Georgensgmünd und Röttenbach. Aktuell sollen 208 Hektar Fläche bewässert werden, im Endausbau bis zu 400 Hektar. Dazu wird Wasser als Uferfiltrat der Schwäbischen Rezat gewonnen, die in Niedrigwasserzeiten durch Überleitungswasser aus dem Brombachsee gestützt wird. Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf etwa 25 Millionen Euro.

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