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Bewährungsstrafe für Holocaust-Leugnerin aus Oberfranken | BR24

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Das Amtsgericht Hof hat eine 65-jährige Holocaust-Leugnerin zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Sie muss außerdem eine Geldauflage von 2.000 Euro an den Kinderschutzbund Hof bezahlen.

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Bewährungsstrafe für Holocaust-Leugnerin aus Oberfranken

Das Amtsgericht Hof hat eine 65-jährige Holocaust-Leugnerin zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Sie muss außerdem eine Geldauflage von 2.000 Euro an den Kinderschutzbund Hof bezahlen.

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Sie hatte immer wieder den Holocaust geleugnet und die Existenz von Konzentrationslagern, in denen Juden ermordet wurden, bestritten. Deshalb hat das Amtsgericht Hof eine 65-Jährige aus dem oberfränkischen Schauenstein zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt. Die Strafe setzte das Gericht zur Bewährung aus. Die Rentnerin muss also nicht ins Gefängnis.

Verurteilte muss 2.000 Euro zahlen

Allerdings verhängte das Amtsgericht gegen die Frau eine Geldauflage von 2.000 Euro, die sie an den Kinderschutzbund Hof zahlen muss. Sie wurde der Volksverhetzung in sechs Fällen schuldig gesprochen. In die Strafe eingegangen sind außerdem drei Fälle der Beleidigung von Polizeibeamten.

Die Existenz von Gaskammern geleugnet

Die 65-jährige hatte laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von ihrem Computer aus unter anderem in Internet-Gästebücher von Vereinen geschrieben, dass kein Deutscher einen Juden vergast habe.

Auf einer rechtsextremistischen Kundgebung in Nürnberg behauptete sie, dass der Massenmord an den Juden eine Erfindung sei. Ferner leugnete sie die Existenz von Gaskammern und behauptete, dass Hitler nie einen Befehl zur Vernichtung von Juden gegeben habe. Das Gericht wertete dies als strafbare Volksverhetzung.

Polizeibeamte wurden beleidigt

Die Beamten, die ihre Wohnung durchsuchten, bezeichnete die Holocaust-Leugnerin als "Staatslügenschutz", deshalb wurde sie auch wegen Beleidigung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verurteilte hat eine Woche lang Zeit, um Rechtsmittel einzulegen.