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Bevölkerungsprognose: Bayern wächst weiter | BR24

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Derzeit leben im Freistaat rund 13,08 Millionen Menschen. Die Zahl wird in den kommenden 20 Jahren weiter ansteigen, so zumindest die Berechnungen vom Landesamt für Statistik. Ein besonderes Einwohnerwachstum wird dabei für München prognostiziert.

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Bevölkerungsprognose: Bayern wächst weiter

Derzeit leben im Freistaat rund 13,08 Millionen Menschen. Die Zahl wird in den kommenden 20 Jahren weiter ansteigen, so zumindest die Berechnungen vom Landesamt für Statistik. Ein besonderes Einwohnerwachstum wird dabei für München prognostiziert.

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Nach der Berechnung des bayerischen Landesamtes für Statistik wird die Bevölkerung im Freistaat bis zum Jahr 2038 weiter ansteigen. In den kommenden 20 Jahren prognostiziert die Behörde ein Wachstum um 525.000 auf 13,6 Millionen Einwohner. Das wäre demnach ein Plus von vier Prozent gegenüber dem heutigen Stand.

Große Städte wachsen weiter

Vor allem in den kommenden zwei Jahren wird die Bevölkerung im Freistaat stark wachsen (13,26 Millionen). Bis 2038 ist dann ein langsamerer Anstieg mit jeweils 25.000 Personen jährlich zu erwarten. Während größere Städte und angrenzende Landkreise ein überdurchschnittliches Wachstum zu verzeichnen haben, werden die Bevölkerungszahlen in ländlichen Gebieten eher stagnieren oder zurückgehen, so die Berechnungen des Landesamtes.

München wird nach den Berechnungen der Fürther Landesamtes das stärkste Wachstum erleben. Bis 2038 wird die Landeshauptstadt auf 1,61 Millionen Einwohner anwachsen. Das wären rund 136.000 Personen mehr als 2018. Und auch die Landkreise im Umfeld von München werden einen Bevölkerungszuwachs erleben, vor allem der Landkreisen Dachau (+12,4 Prozent) und Ebersberg (+12,3 Prozent). Eine umgekehrte Entwicklung wird für Oberfranken prognostiziert. Bis zum Jahr 2038 wird die Bevölkerungszahl dort nach der aktuellen Vorausberechnung um rund 42.000 Personen auf 1,03 Millionen Einwohner zurückgehen. Im Landkreis Kronach wird sogar ein Bevölkerungsverlust von 11,8 Prozent errechnet. Dort wird auch der landesweit höchste Altersdurchschnitt von 50,7 Jahren erwartet. Im Gegensatz dazu wird der außerordentlich hohe Geburtenüberschuss von München zum niedrigsten Durchschnittsalter im Freistaat (42,6 Jahre) führen.

Bayernweit wird das durchschnittliche Alter der Bevölkerung in den kommenden 20 Jahren um zwei Jahre steigen von heute 43,8 auf 45,9 Jahre.

"Wir brauchen zum einen für die Kinder mehr Kindergärten und Schulen, mehr Erzieher und Lehrer, zum anderen für die Senioren auch mehr Pflegeeinrichtungen und mehr Pfleger. Außerdem setzen wir uns für gleichwertige Arbeits- und Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land, also in allen Teilen Bayerns, ein." Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister
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Bevölkerungsprognose: Bayern wächst weiter

Die Regierungsbezirke entwickeln sich unterschiedlich

Der höchste Bevölkerungszuwachs wird mit acht Prozent für Oberbayern prognostiziert, gefolgt von Schwaben (+ 5,1 Prozent), Niederbayern (+ 4,3 Prozent), Mittelfranken (+ 2,5 Prozent) und der Oberpfalz (+ 1,8 Prozent). Bevölkerungsverluste werden in Unterfranken (- 1,8 Prozent) und Oberfranken (- 4 Prozent) erwartet.

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Für Oberfranken werden deutliche Bevölkerungsverluste erwartet

In Niederbayern wird vor allem für die Stadt und den Landkreis Landshut ein deutlicher Bevölkerungszuwachs vorausberechnet. Dort soll die Bevölkerung bis 2038 um zehn Prozent zunehmen. Ein Einwohnerrückgang wird für diesen Regierungsbezirk in Freyung-Grafenau (- 2,4 Prozent) und Regen (- 3,2 Prozent) prognostiziert. Der Regierungsbezirk Oberpfalz wird seinen Bevölkerungsstand ausgehend von 1,11 Millionen nicht nur halten, sondern bis zum Jahre 2038 um rund 19.000 Einwohner erhöhen können, was einem Plus von rund 1,8 Prozent entspricht. Die Veränderung wird sich jedoch sehr ungleichmäßig in den Landkreisen auswirken: Stadt und Landkreis Regensburg wachsen beispielsweise sehr deutlich um 5,9, beziehungsweise um 8,2 Prozent und zusammen um fast 25.000 Personen, während die Personenzahlen in einigen nördlichen Kreisen, beziehungsweise kreisfreien Städten rückläufig sein werden. Am stärksten im Landkreis Tirschenreuth mit - 7,7 Prozent.

Stärkere Bevölkerungsverluste werden auch für die nördlichen unterfränkischen Landkreise nahe der Landesgrenze erwartet, am deutlichsten im Landkreis Rhön-Grabfeld (- 6,2 Prozent). In Mittelfranken weisen die Städte Fürth (+ 7,9 Prozent) und Schwabach (+ 5,6 Prozent) das mit Abstand größte Bevölkerungswachstum für diesen Regierungsbezirk auf.

"Damit die ländlichen Regionen für junge Menschen attraktiv werden beziehungsweise bleiben, müssen sie nicht nur ausreichend bezahlbaren Wohnraum bieten. Es müssen dort auch attraktive Arbeitsplätze geschaffen sowie eine gute Infrastruktur insbesondere in den Bereichen Verkehr, Internet, Kinderbetreuung, Bildung und Gesundheit aufgebaut werden." Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister

Bevölkerung wächst und wird älter

Solche Statistiken, die regelmäßig vom Landesamt für Statistik in Fürth erstellt werden, sollen den Planern von Staat, Städten und Gemeinden sowie in der Wirtschaft helfen. Die Vorausberechnung zeigt, wie sich die Bevölkerung in den Landkreisen und kreisfreien Städten in den nächsten 20 Jahren entwickeln wird, wenn die bisherigen Trends zu Geburten, Sterbefällen und Wanderungen anhalten.