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Betrug mit emotionalen Bildern – Kinderkrebshilfe vor Gericht | BR24

© BR/Susanne Hofmann

Mit Fotos von krebskranken Kindern warben sie für Spenden für den guten Zweck – doch tatsächlich kam kaum Geld bei den Hilfsbedürftigen an. Zwei Vorstände der Kinderkrebshilfe Bayern e.V. stehen deshalb nun vor Gericht.

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Betrug mit emotionalen Bildern – Kinderkrebshilfe vor Gericht

Mit Fotos von krebskranken Kindern warben sie für Spenden für den guten Zweck – doch tatsächlich kam kaum Geld bei den Hilfsbedürftigen an. Zwei Vorstände der Kinderkrebshilfe Bayern e.V. stehen deshalb nun vor Gericht.

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Wegen Betrugs und Untreue stehen ab heute zwei Vorstandsmitglieder des Vereins Kinderkrebshilfe Bayern e.V. vor dem Augsburger Amtsgericht. Sie sollen mehr als 150.000 Euro an Spendengeldern in die eigene Tasche gesteckt haben.

Werbung mit Fotos krebskranker Kinder

Die Masche der Angeklagten soll dabei vor allem auf die emotionale Seite möglicher Spender abgezielt haben. Sie stellten Fotos von krebskranken Kindern auf ihre Internetseite und hofften so, die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Zwischen Januar 2016 und Oktober 2017 sollen die 49-jährige Frau und der 38-jährige Mann so Spender getäuscht haben.

© BR

Kontrovers berichtete 2017 über den Verein "Kinderkrebshilfe Bayern". Nutzte die Organisation das Leid von Familien mit krebskranken Kindern aus? Zwei Mitglieder wurden wegen Betrugs und Untreue angeklagt. Jetzt beginnt der Prozess.

Familien wurden misstrauisch gegen Kinderkrebshilfe

Denn tatsächlich sahen die Hilfsbedürftigen laut den Ermittlungen nur wenig von dem für sie gespendeten Geld. So erging es zum Beispiel auch der Familie zweier an Leukämie erkrankter Zwillingsbrüder. Die Kinderkrebshilfe Bayern warb mit einem Foto der Familie um Spenden – diese profitierte kaum davon.

Die Eltern wurden daraufhin misstrauisch und baten den Verein darum, die Fotos von der Seite zu nehmen. Doch noch Monate später waren die Bilder ihrer Söhne auf der Webseite zu finden.

Ein Urteil soll nächste Woche fallen

Auch die Namen prominenter Einrichtungen wie der Deutschen Kinderkrebsstiftung soll der Verein genutzt haben, um Spendengelder einzutreiben. Einige der Projekte bekamen nur geringe Beträge – bei anderen landete kein Cent. Rund 250 Betrugsfälle listet die Anklage auf. Das Urteil gegen die beiden Vorstandsmitglieder soll am 14. Februar fallen.