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Betrug durch Schockanrufe: Das sagt die Polizei | BR24

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Schockanrufe in Schwaben: 3 Fragen, 3 Antworten

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Betrug durch Schockanrufe: Das sagt die Polizei

Eine Serie von Schockanrufen hält die Menschen in Schwaben in Atem. Unbekannte geben sich als Polizisten aus und melden, dass ein Familienmitglied in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt sei. Daraus entwickelt sich eine perfide Masche.

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Ein angeblicher Polizist ruft an. Er meldet, dass zum Beispiel die Enkeltochter in einen Unfall verwickelt ist. Deshalb müsste sie ins Gefängnis. Wenn der Angerufene das verhindern will, dann müsse er mehrere zehntausend Euro an einen Geldboten übergeben. So weit so bekannt.

Weinende Stimme im Hintergrund

Aber jetzt wird es besonders perfide: Jetzt nämlich kriegen Oma und Opa auch noch die weinende Enkeltochter am Telefon zu hören, die dringend Hilfe braucht und völlig verzweifelt ist, weil sie eben ins Gefängnis soll. Und mit dieser Mitleids-Tour werden selbst kleinste Zweifel erstickt, obwohl natürlich weder die Enkeltochter zu hören ist, noch an der Geschichte irgend etwas dran ist.

Rund 620 betrügerische Telefonanrufe hat das Polizeipräsidium Schwaben-Nord im ersten Halbjahr 2019 bereits registriert. Das sind so viele wie im gesamten Jahr 2017. Vor allem trifft der Betrug ältere Menschen. Und das ist kein Zufall. Ältere Menschen sind oft vertrauensseliger, gerade gegenüber Institutionen wie der Polizei. Das erleichtert den Tätern den Gesprächseinstieg.

Betrugsopfer wollen sich keine Blöße geben

Hinzu kommt: Die älteren Menschen wollen sich nur ungern die Blöße geben, die Enkel am Telefon nicht zu erkennen, so der Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord. Eine weitere Rolle spielt: Ältere Menschen sind - im Verhältnis zu jüngeren Leuten – weniger im Internet, in den sozialen Medien unterwegs. Deshalb erfahren sie seltener von diesen Betrugsmaschen und sind deshalb deutlich anfälliger dafür.

Hintermänner in der Türkei

Auch für die Polizei sind diese Fälle schwierig. Zum einen melden sich Betroffene aus Scham nicht. Dabei wäre das richtig und wichtig - und man erhält Tipps zum Umgang mit Fake-Polizisten. Denn die Polizei hat zumindest schon Geld-Abholer dingfest machen können - zum Beispiel im letzten Jahr in Stadtbergen, im Landkreis Augsburg.

Und das ist auch die einzige Möglichkeit an die Hintermänner dieser Schockanrufe ranzukommen. Diese sitzen nach Polizeiangaben vor allem in der Türkei. Deshalb versuchen sich die Ermittler an die Fersen der Geldabholer zu heften. Wenn die Kontakt zu den Hintermännern aufnehmen, kommen dann die türkischen Behörden ins Spiel. Die Polizei lobt die gute Kooperation.