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Betrug bei ebay-Kleinanzeigen: Verkäufer bedroht | BR24

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Gebrauchte Sachen kaufen und verkaufen - das geht einfach über das Internet-Portal ebay-Kleinanzeigen. Allerdings tummeln sich dort auch Betrüger. Georg Mägerlein aus Mainbernheim ist nach einem Verkauf bedroht worden.

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Betrug bei ebay-Kleinanzeigen: Verkäufer bedroht

Gebrauchte Sachen kaufen und verkaufen - das geht einfach über das Internet-Portal ebay-Kleinanzeigen. Allerdings tummeln sich dort auch Betrüger. Georg Mägerlein aus Mainbernheim (Lkr. Kitzingen) ist nach einem Verkauf bedroht worden.

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Georg Mägerlein aus dem unterfränkischen Mainbernheim (Landkreis Kitzingen) hatte vor gut eineinhalb Jahren gerade erfolgreich ein gebrauchtes Boot bei ebay-Kleinanzeigen inseriert und verkauft. Zwei Tage später klingelte bei ihm das Telefon. Ein Mann meldete sich und gab sich als Bruder des Bootskäufers aus. Der Unbekannte erzählte, dass das ihnen verkaufte Boot kaputt sein und das Mägerlein ihm nun Geld überweisen sollte. Als der Unterfranke dies verweigerte, sprach der Unbekannte Drohungen gegen ihn aus.

"Er hat gebrüllt, wenn ich ihm das Geld nicht sofort überweise, bringt er mich um, und kommt mit seinem Bruder und brennt mein ganzes Anwesen ab. Da erschrickt man richtig." Georg Mägerlein

Mägerlein ließ sich aber nicht einschüchtern und meldete den Betrugsversuch sofort der Polizei. Das war genau richtig, meint der Würzburger Anwalt Kay Rodegra. Wenn man massiv bedroht wird per Telefon, sollte man zur Polizei gehen, dann ist man auf der sicheren Seite, so Rodegra.

PayPal-Bezahlung nicht über "family & friends"

Gerade im Zusammenhang mit den ebay-Kleinanzeigen gibt es immer wieder neue Betrugsmaschen, so die Polizei. Die Betrüger verschicken gefälschte Versandbestätigungen, lassen die Ware von einem angeblichen Bekannten abholen und behaupten später, sie nie erhalten zu haben oder besorgen sich die gestohlenen Daten von deutsche Bankkonten. Die Bezahlung mit dem Bezahldienst PayPal gilt als besonders sicher. Allerdings gibt es auch da einen Haken:

"PayPal zu nutzen ist eine gute Sache, es dient dem Käufer- und Verkäuferschutz. Bei Privatkäufen muss man aber darauf achten, dass die Verkäufe nicht über 'family & friends' abgewickelt werden, denn da bietet PayPal keinen Schutz." Anwalt Kay Rodegra

Dass dieser Schutz bei der Abwicklung über "familiy & friends" nicht bestehe, darauf würde Paypal auch eindeutig auf seiner Webseite hinweisen, so Rodegra. Er empfiehlt, "Waren und Dienstleistungen" anzuklicken, die verkauft bzw. gekauft werden.

Relativ hohe Chance, Betrüger zur ermitteln

Rund 700 Betrugsfälle mit ebay-Kleinanzeigen werden pro Jahr allein in Unterfranken gemeldet. Allerdings dürfte die Dunkelziffer hoch sein, weil es vielen zu aufwändig erscheint, zur Polizei zu gehen, im Vergleich zum oft relativ geringen Schaden. Die Chance, einen Täter zu ermitteln ist relativ gut, so Polizeisprecher Andy Laacke gegenüber dem BR. Die Nutzerdaten seien den Plattformen bekannt und die Polizei könnten in einem Betrugsfall darauf zugreifen.

Keine persönlichen Daten veröffentlichen

Die Betrüger, denen Georg Mägerlein Geld ins Ausland überweisen sollte, wurden zwar nicht geschnappt, weil ihr Handy im Ausland angemeldet war. Geld haben sie aber auch keines gesehen. Georg Mägerlein will bei künftigen Internetgeschäften noch vorsichtiger sein und seine Telefonnummer und seinen vollständigen Namen nicht mehr öffentlich preisgeben.