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Betrügerische Teppichreiniger bringen Senioren um ihr Erspartes | BR24

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Betrügerische Teppichreiniger bringen Senioren um ihr Erspartes

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    Betrügerische Teppichreiniger bringen Senioren um ihr Erspartes

    Die Polizei Schweinfurt warnt vor betrügerischen Banden, die Teppichreinigung zu überteuerten Preisen anbieten. Mit diesem Trick würden die Männer versuchen, die vorwiegend älteren Kunden abzuzocken.

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    Die Masche ist immer die gleiche, erklärt Hauptkommissar Rudi Zehnter dem Bayerischen Rundfunk: Zunächst werden über die örtliche Tageszeitung Flyer verteilt. Darin werben die Banden mit extrem günstigen Angebotspreisen. Als Kontakt wird neben einer Telefonnummer mit Ortsvorwahl auch eine Adresse im Landkreis angegeben, unter der sich die Bande für einige Monate eingemietet hat. "Damit soll den Leuten vorgegaukelt werden, dass die Firma ortsansässig ist", so Zehnter.

    Sobald sich ein möglicher Kunde meldet, wird ein Termin vereinbart, zu dem die Männer, die meist ein süd- oder osteuropäisches Äußeres haben, zu dritt erscheinen. Während die vermeintlichen Mitarbeiter den Teppich oder das Polster reinigen, verwickelt der "Chef" den Kunden in ein Gespräch, in dem er unter anderem versucht, mehr über die Vermögensverhältnisse zu erfahren.

    Betrug schwierig nachzuweisen

    Am Ende sind die Teppiche schlecht oder gar nicht gereinigt und der Kunde muss dafür einen horrenden Preis bezahlen. "Mit der Masche bewegen sich die Täter sehr gekonnt in einer Grauzone" sagt Zehnter. Demnach sei es sehr schwierig, ihnen einen Betrug nachweisen zu können. Denn das setze voraus, dass bei der Geldübergabe eine Täuschung stattfindet. "Tatsächlich aber haben sie meist im Vorfeld die Kunden überzeugt, dass der Preis gerechtfertigt ist, zum Beispiel weil die Reinigung sehr aufwändig ist."

    Um den Betrügern nicht auf den Leim zu gehen, rät Zehnter, die auf den Flyern angegebene Adresse zu überprüfen. Ein Blick ins Branchenverzeichnis zeige, ob es die Firma tatsächlich gibt und unter welcher Adresse sie gemeldet ist. Noch besser sei es, sich vor Ort umzusehen. Bei seriösen Firmen sei immer ein Verantwortlicher vor Ort, die Öffnungszeiten seien klar geregelt. Sind die Möbel nur notdürftig aufgestellt, sollten die Alarmglocken läuten.

    Weiterhin Vorsicht geboten

    Zudem sollten gerade ältere Menschen mit ihren Verwandten oder Bekannten über das Angebot reden und sich Vergleichsangebote einholen. Und: Nie die Summe bar bezahlen, sondern immer auf Rechnung. Im aktuellen Fall konnte die Polizei die Betrüger rechtzeitig stoppen. Den Schweinfurter Beamten gelang es, die drei Männer zu identifizieren. Allerdings agieren die Gruppen bundesweit, weshalb weiter Vorsicht geboten ist. Schon bald könnten wieder Banden versuchen, gutgläubige Senioren um ihr Erspartes zu bringen.